Wir können nichts tun

Podcast von John Piper – gelesen von Robin Dammer
11. Oktober 2019
„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.“ (Joh 15,5)

Stell dir vor, du bist komplett gelähmt und kannst alleine nichts tun, als reden. Und stell dir vor, du hast einen starken und verlässlichen Freund, der versprochen hat, dass er bei dir wohnt und alles tut, was du brauchst. Wie könntest du diesen Freund ehren, wenn ein Fremder zu Besuch käme?

Würdest du seine Freigiebigkeit und Stärke ehren, indem du versuchst, aus deinem Bett aufzustehen und deinen Freund zu tragen? Nein! Du würdest sagen: „Lieber Freund, kannst du mich bitte aufsetzen? Würdest du mir ein Kissen unten den Rücken legen, damit ich meinen Besuch sehen kann? Und würdest du mir bitte auch meine Brille aufsetzen?“

Durch deine Bitten würde dein Besucher erfahren, dass du hilflos bist und dass dein Freund stark und liebevoll ist. Du gibst deinem Freund die Ehre, indem du ihn brauchst und ihn um Hilfe bittest und auf ihn zählst.

In Johannes 15,5 sagt Jesus: „Getrennt von mir könnt ihr nichts tun.“ Wir sind also wirklich gelähmt. Ohne Christus sind wir unfähig, Gutes zur Ehre Christi zu tun. Wie Paulus in Römer 7,18 schreibt: „Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt.“

Doch Johannes 15,5 sagt auch, dass Gott möchte, dass wir viel Gutes zur Ehre Christi tun, d. h. Frucht bringen: „Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.“ Als unser starker und verlässlicher Freund –„euch aber habe ich Freunde genannt“ (Joh 15,15) –, verspricht er uns also, für uns und durch uns das zu tun, was wir alleine nicht tun können.

Wie geben wir ihm also die Ehre? Jesus antwortet uns in  Johannes 15,7: „Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.“ Wir beten! Wir bitten Gott, dass er für uns durch Christus tut, was wir alleine nicht tun können – nämlich Frucht bringen.

Das Ergebnis folgt in Johannes 15,8: „Dadurch wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt.“

Wie wird Gott also durch das Gebet verherrlicht? Das Gebet ist das offene Eingeständnis, dass wir ohne Christus nichts tun können. Und das Gebet ist die Abkehr von uns selbst hin zu Gott in der Zuversicht, dass er die Hilfe schenken wird, die wir brauchen.