Gott ist nicht trübsinnig

Podcast von John Piper – gelesen von Robin Dammer
2. Oktober 2019
„Der HERR macht den Ratschluss der Heiden zunichte, er vereitelt die Gedanken der Völker. Der Ratschluss des HERRN bleibt ewig bestehen, die Gedanken seines Herzens von Geschlecht zu Geschlecht.“ (Ps 33,10-11)

„Aber unser Gott ist im Himmel; er tut alles, was ihm wohlgefällt“ (Ps 115,3). Dieser Text bedeutet, dass Gott das Recht und die Macht hat, alles zu tun, was ihn glücklich macht. Das macht Gottes Souveränität aus.

Denk einmal darüber nach: Wenn Gott souverän ist und alles tun kann, was er will, dann kann keiner seiner Pläne scheitern. „Der HERR macht den Ratschluss der Heiden zunichte, er vereitelt die Gedanken der Völker. Der Ratschluss des HERRN bleibt ewig bestehen, die Gedanken seines Herzens von Geschlecht zu Geschlecht“ (Ps 33,10-11).

Wenn keiner seiner Pläne scheitern kann, dann muss er das glücklichste Wesen überhaupt sein.

Dieses unendliche, göttliche Glück ist die Quelle, aus welcher der Christ (d.h. der christliche Hedonist) trinkt und nach der es ihn mehr und mehr dürstet.

Kannst du dir vorstellen, wie die Welt aussehen würde, wenn der Gott, der über sie regiert, nicht glücklich wäre? Was wäre, wenn Gott mürrisch oder schnell beleidigt oder depressiv wäre wie der selbstsüchtige Riese im Märchen? Was wäre, wenn Gott frustriert oder verzweifelt oder trübsinnig oder niedergeschlagen oder unzufrieden oder bedrückt wäre?

Könnten wir dann mit David einstimmen und sagen: „O Gott, du bist mein Gott; früh suche ich dich! Meine Seele dürstet nach dir; mein Fleisch schmachtet nach dir in einem dürren, lechzenden Land ohne Wasser“ (Ps 63,1)? Wohl kaum.

Wir müssten sonst wie kleine Kinder zu Gott kommen, deren Vater frustriert, trübsinnig, niedergeschlagen, unzufrieden ist. Sie können ihn nicht genießen. Sie können nur versuchen, ihn nicht zu stören oder vielleicht Aufgaben für ihn zu übernehmen, um sich mit ihm gutzustellen.

Doch so ist Gott nicht. Er ist nie verdrießlich, nie frustriert oder entmutigt. Und wie wir in Psalm 147,11 lesen, „[hat] der HERR [...] Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf seine Gnade hoffen.“ Das Ziel des christlichen Hedonisten ist also nicht, diesem Gott aus dem Weg zu gehen oder auf Zehenspitzen um ihn herum zu laufen, um ja nicht seine Trübsal in Ärger zu verwandeln. Nein, unser Ziel ist, auf seine Gnade und Güte zu vertrauen. In seine Arme zu laufen. Glücklich zu sein bei ihm. Unsere Freude an ihm zu haben. Die Gemeinschaft mit ihm und seinen Wohlgefallen an uns durch und durch zu genießen.