Theologie: Was man wissen muss

Rezension von Ron Kubsch
20. Dezember 2011 — 2 Min Lesedauer

Alister McGrath ist ein passionierter Schreiber. Der Professor für Theologie am King‘s College London studierte  Mathematik, Physik und Chemie und Theologie und hat sich schon in zahlreichen Publikationen zu Themen aus dem Spannungsfeld von Glauben und Naturwissenschaften geäußert (bes. Naturwissenschaft und Religion, Herder 2001). Zu seinen bekanntesten Büchern zählen allerdings Der Weg der christlichen Theologie (C. H. Beck 1997 sowie Neuauflage Brunnen 2007) und Der Atheismus-Wahn (Gerth Verlag, 3. Augl. 2007). Bei dem ersten Buch handelt es sich um eine lebendig geschriebene Einführung in die Grundlagen der christlichen Theologie mit besonderer Berücksichtigung der historischen Wegmarken. Das zweite Buch ist eine Antwort auf Richard Dawkins Gotteswahn, wie der Untertitel „Eine Antwort auf Richard Dawkins und den atheistischen Fundamentalismus“ schnell verrät.

Erfreulicherweise hat der Brunnen Verlag nun die zweite Auflage von Theology: The Basics übersetzt und mit der deutschen Ausgabe ein empfehlenswertes Buch publiziert. Theologie: Was man wissen muss führt leicht verständlich in bedeutsame Themen der christlichen Theologie ein. McGrath orientiert sich am Apostolischen Glaubensbekenntnis und schreibt über Glaube, Gott, Schöpfung, Jesus, Erlösung, Trinität, Kirche, Sakramente und den Himmel. Er erörtert dazu Texte aus dem Alten und Neuen Testament und skizziert, was Theologen der Geschichte und Gegenwart zu diesen Themen gesagt haben. „Für Christen kann“ so schreibt McGrath, theologisches Nachdenken zur persönlichen Bereicherung und zu einem vertieften Verständnis ihres Glaubens dienen. Für den großen christlichen Theologen Augustinus von Hippo (354–430) liegt im Ringen mit Gott der wahre intellektuelle Reiz“ (S. 8). Sein Buch führt auf argumentative Weise in einen reflektierten Glauben ein. Im Unterschied zu Der Weg der christlichen Theologie ist dieses Buch für Leser geschrieben, die sich erstmals mit der Theologie auseinandersetzen. McGrath erklärt gut und nimmt Theologieinteressierten die Angst vor den großen und schweren Themen. Ein Glossar wichtiger theologischer Ausdrücke, ein kleines „Lexikon“ wichtiger Theolgen sowie ein gutes Schlagwortregister helfen beim Erschließen. Frank Grundmüller hat für eine gut verständliche Übersetzung gesorgt.

Das Buch eignet sich auch  als Geschenk für junge Christen, die mehr über christliche Theologie erfahren wollen oder Appetit dafür bekommen sollen, sich intensiver mit der Theologiegeschichte zu beschäftigen. Theologie: Was man wissen muss schlägt, wie Heinzpeter Hempelmann in seinem Vorwort schreibt, „eine Brücke zwischen akademischer Theologie, Kirchengeschichte, Allgemeinbildung und persönlichem Glauben.“

Ron Kubsch ist Studienleiter am Martin Bucer Seminar in München, Dozent für Apologetik und Neuere Theologiegeschichte sowie 2. Vorsitzender und Generalsekretär bei Evangelium21. Er bloggt seit über 12 Jahren unter TheoBlog.de und hat mehrere Bücher veröffentlicht, darunter Die Postmoderne (2007), und Der neue Paulus (2017). Seit 2009 ist er Schriftleiter der Zeitschrift Glauben und Denken heute. Ron ist mit Dorothea verheiratet. Sie haben drei erwachsene Kinder.