Predige dir selbst

Podcast von John Piper – gelesen von Robin Dammer
22. Juli 2019
„Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, dass er meine Rettung und mein Gott ist!“ (Ps 42,12)

Wir müssen lernen gegen unsere Niedergeschlagenheit anzukämpfen: gegen den betrübten Geist in uns. Wir kämpfen um den Glauben an die zukünftige Gnade Gottes. Wir kämpfen diesen Kampf, indem wir uns selbst die Wahrheit über Gott und die Zukunft predigen, die er uns verheißen hat.

Das ist es, was der Psalmist in Psalm 42 macht. Er predigt seiner betrübten Seele. Er ermahnt sich und streitet mit sich selbst. Und sein wichtigstes Argument ist die zukünftige Gnade Gottes: „Hoffe auf Gott! Vertraue darauf, wer Gott für dich in der Zukunft sein wird. Der Tag kommt, an dem du ihn loben wirst. Die Gegenwart des Herrn wird dir all die Hilfe sein, die du brauchst. Und er hat versprochen, für immer bei uns zu sein.“

Martyn Lloyd-Jones glaubt, dass dieser Ansatz, uns selbst die Wahrheit über die zukünftige Gnade Gottes zu predigen, entscheidend ist, um geistliche Krisen und Depressionen zu überwinden. In seinem hilfreichen Buch Geistliche Krisen und Depressionen schreibt er:

„Ist dir bewusst, dass der größte Teil deines Kummers im Leben darauf zurückzuführen ist, dass du dir selbst zuhörst, anstatt mit dir zu reden? Nimm zum Beispiel die Gedanken, die dir durch den Kopf gehen, wenn du am Morgen aufwachst. Du hast sie nicht bewusst verursacht, aber sie fangen einfach an, mit dir zu reden. Sie erinnern dich an die gestrigen Probleme usw. Jemand spricht mit dir. [...] Dein ‚Ich‘ spricht mit dir. [In Psalm 42] reagiert dieser Mann so: Anstatt sein ‚Ich‘ reden zu lassen, fängt er an, sich selbst zuzureden. Er fragt: ‚Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir?‘ Seine Seele hatte ihn bedrückt, ihn zermalmt. Also steht er auf und sagt: ‚Seele, höre mir einen Augenblick zu. Lass mich dir etwas sagen.‘“ (Spiritual Depression, 20–21)

Im Kampf gegen die Niedergeschlagenheit kämpfen wir darum, Gottes Verheißungen Glauben zu schenken. Und dieser Glauben an die zukünftige Gnade Gottes geschieht durch das Hören des Wortes. Und deshalb steht im Mittelpunkt dieses Kampfes, dass wir uns selbst das Wort Gottes predigen.