Das siegreiche christliche Leben ist nicht so, wie du denkst

Artikel von Timothy Massaro
28. März 2019 — 13 min Lesedauer

Egal ob auf unserer Arbeit, in unserem persönlichen Leben oder in unserem christlichen Wandel – es ist leicht, sich zu sehr auf bestimmte Ziele zu versteifen. Wir können uns zu sehr damit beschäftigen, unseren Erfolg mit kulturellen Normen zu messen. Wir können uns an Hilfsmittel und kurzlebige Trends wenden, um „Resultate“ zu erhalten, wenn das christliche Leben schwer erscheint oder das Evangelium im Hier und Jetzt zu versagen scheint. Wir vergessen leicht, wie Christus in diesem Leben Erfolg misst.

C.S. Lewis erinnerte seinen Freund Arthur Greeves an Folgendes: „Es ist nicht deine Aufgabe, Erfolg zu haben (niemand kann das garantieren), sondern das Richtige zu tun. Wenn du das getan hast, dann liegt der Rest bei Gott“. Das ist etwas, an das wir uns immer wieder erinnern müssen, aber Gottes Wort sagt uns noch mehr. Es redet von dem wirklichen Sieg, den wir schon jetzt haben können, aber dass er oft anders aussieht, als wir es erwarten würden.

Triumph in Schwachheit

Das neue Leben, das wir durch das Blut Christi haben, bestimmt letztendlich die Art und Weise, wie wir Sieg in diesem Leben messen müssen. Wahrer Erfolg, wie Gott ihn misst, ist der einzige Weg zu echter Freude, selbst wenn er zum Tod führt (Ps 28,7). Unsere Freude, unser Sieg und unser Erfolg werden nicht durch die Dinge gemessen, die nach den Normen unserer Kultur kraftvoll und mächtig erscheinen. Sie werden durch das Kreuz gemessen.

Als die Offenbarung von den Heiligen redet, die für ihren Glauben gestorben sind, macht sie folgende dramatische Aussage:

Und sie haben ihn überwunden um des Blutes des Lammes und um des Wortes ihres Zeugnisses willen und haben ihr Leben nicht geliebt bis in den Tod! (Offb 12,11)

Sieg und Triumph der Heiligen in diesem bösen Zeitalter wird in deren Tod gesehen. Warum ist das so? Gottes Gnade erscheint wie Schwachheit und Torheit in dieser Welt, aber in Wirklichkeit ist die Schwachheit Gottes stärker als die Stärke der Menschen (1Kor 1,25). Jeder Erfolg, den wir haben, kommt nur durch das Werk Christi für uns zustande. Das Kreuz und die Auferstehung Jesu definieren Stärke und Sieg für uns auf radikale Weise neu. Freude in Christus durch die Kraft des Geistes ist das Maß für Erfolg in diesem Leben.

Kraft in Jesus

Jesus hat den Tod nicht überwunden, indem er seine Kraft bewiesen hat. Der Gott des Universums hat auf unsere Sünde und unseren Tod reagiert, indem er sich gedemütigt hat und in der Gestalt eines Knechtes kam, um den Menschen zu dienen, sein Leben als Gehorsamsopfer hinzugeben und für unsere Sünden zu sühnen.

Der Sohn Gottes nahm seine herrliche Krone ab und stieg herab, um den Tod durch das liebende Opfer seiner selbst zunichte zu machen (Phil 2,5-11). Sein Tod öffnet die Tür zu neuen Anfängen, zu Vergebung und Freiheit von unseren vergangenen Taten und unserer Scham. Das Karma ist gebrochen. Gnade ist nun der Weg des Universums. Schwachheit ist Auferstehungskraft. Satans Macht über uns und in uns ist durch das bereitwillige Opfer Christi in Stücke gerissen. Die aufopferungsbereite Liebe Jesu befähigt uns, indem er zu unserer Weisheit, Stärke und Gerechtigkeit vor Gott wird.

Geliebte, lasst euch durch die unter euch entstandene Feuerprobe nicht befremden, als widerführe euch etwas Fremdartiges; sondern in dem Maß, wie ihr Anteil habt an den Leiden des Christus, freut euch, damit ihr euch auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit jubelnd freuen könnt. (1Petr 4,12-13)

Weil wir den Geist Christi haben, haben wir auch an der gleichen Liebe Anteil, die den Tod zunichtemacht. Christus hat uns durch sein Blut gereinigt und uns den Geist gegeben. Unser Leid und unsere Schmerzen in diesem Leben kommen nicht wegen des Karmas oder wegen Gottes Missfallens über uns. Leid bedeutet nicht länger, dass wir Verlierer sind. Stattdessen bedeutet unser Leid Herrlichkeit (Eph 3,7-13). Die Kraft und die Weisheit des christlichen Lebens wird in etwas radikal anderem gefunden.

Die wahre Kraft und Weisheit wird nicht in Prinzipien für siegreiches Leben gefunden, sondern in der Ankündigung von Gottes Sieg in Christus. Ja, Christus zeigt uns nicht nur Weisheit, er ist zu unserer „Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung“ gemacht worden (1Kor 1,30). Das ist genau die Situation, in der wir uns befinden und nach der uns Gott misst. Gottes Gesetz sagt: ‚Sei vollkommen‘. Gottes Evangelium sagt: ‚Glaube an Christus und du wirst vollkommen gesehen werden vor Gott‘. Das Gesetz sagt uns, was getan werden muss, damit wir gerettet werden können; das Evangelium sagt uns, was Gott getan hat, um uns zu retten. (Michael Horton, The Gospel-Driven Life)

Wenn wir mit Christus im Glauben verbunden sind, wie es unsere Taufe es darstellt, dann ist unser Leid ein Teilhaben an Christi Sieg, der den Tod und die Furcht in unserem Leben überwunden hat. Wir sind freigesetzt, um die Auswirkung der Scham und Sünde ungeschehen zu machen, durch die Kraft und die Herrlichkeit, die nun in uns wirksam ist.

Durch Gnade leben

Unser Leben wird durch Gnade angetrieben und in Gnade und Demut gelebt, durch die wir nun auch anderen Gnade geben können. Unsere Worte haben Macht, wenn sie voller Liebe und Gnade sind (Eph 4,29). Unsere Handlungen können die Zeit auskaufen, selbst wenn die Tage böse sind (Eph 5,16). Unser Leben redet von der Ewigkeit, wenn wir unser Kreuz tragen. Die mannigfaltige Weisheit Gottes wird in unserer Schwachheit gesehen, indem Jesus durch uns scheint (Eph 3,7-13). Gottes Gnade wird in unserer vollkommenen Abhängigkeit von ihm gesehen.

Die himmlischen Gaben fließen von Jesus zu uns und bringen uns von einem Grad der Herrlichkeit zum nächsten (2Kor 5,1-10). Christus ist aufgestiegen und hat uns den Namen gegeben, der über alle Namen ist. Er gibt uns alle guten Dinge, die wir für das Leben und die Gottesfurcht brauchen. Seine Herrlichkeit und unser Wohl sind nun das Gleiche (Kol 2,6-15; Phil 2,5-11). Nichts kann uns jemals von seiner Liebe oder seinem herrlichen Plan für das Universum trennen. Deshalb können wir Freude haben inmitten unseres Leids. Wir überwinden weit (Röm 8,37).

In vollkommener Abhängigkeit von Jesus zu leben, selbst wenn es zu unserem Tod führt – auf diese Weise überwinden wir in diesem gegenwärtigen bösen Zeitalter durch das Blut des Lammes. Wir brauchen uns nicht vor Menschen zu fürchten, die den Leib töten können (Mt 10,28). Wir können lernen, zufrieden zu sein mit jedem Zustand, den Gott uns zumisst. Wir können folgendermaßen beten:

Herr, ich bin bereit
zu empfangen, was du gibst,
zu ermangeln, was du zurückhältst,
aufzugeben, was du nimmst,
zu leiden, was du auferlegst,
zu sein, was du verlangst.
- Jerry Bridges, Transforming Grace

Christi Sieg wird in uns gesehen, wenn wir in das Bild Christi verwandelt werden, selbst wenn es zu Leid führt (Röm 8,29). Diese „Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist“ (Röm 5,5). Unser zukünftiger Sieg ist gewiss. Unser Erfolg ist eine gegenwärtige Realität, die uns im Himmel erwartet (1Petr 1,4).

Lasst uns so gesinnt sein, wie Christus Jesus auch war, damit wir unseren Lauf mit Freude tun. Das ist das siegreiche christliche Leben. Du hast in Christus schon Erfolg gehabt. Wir sind zuallererst freigesetzt, um dann zu tun, was richtig ist; egal, was die Konsequenzen oder die Umstände sind.