Zehn Dinge, die du über das Ledigsein wissen solltest

Artikel von Marshall Segal
21. März 2019 — 15 min Lesedauer

1. Eine Ehe macht das Leben nicht einfacher.

Die vielleicht größte Versuchung im Ledigsein ist die Annahme, dass eine Ehe unsere unerfüllten Bedürfnisse erfüllen, unsere Schwächen lösen, unser Leben organisieren und unsere Gaben entfalten würde. Weit gefehlt von einer Lösung, macht Paulus (in 1. Korinther 7) die Ehe zu einer Art problematischem Plan B für das christliche Leben und den christlichen Dienst. Heirate, wenn du musst, aber sei gewarnt, dass Jesus nachzufolgen nicht leichter wird, wenn du dich in einer gefallenen Welt an einen anderen Sünder bindest.

Während die Ehe Freude, Hilfe und Stärkung in manchen Bereichen bringen kann, multipliziert sie unmittelbar unsere Ablenkungen, weil wir für diese andere Person, ihre Bedürfnisse, Träume und ihr geistliches Wachstum verantwortlich sind. Es ist eine hohe und gute, aber auch eine anspruchsvolle Berufung, die uns von allen möglichen anderen guten Dingen abhalten kann.

2. Du hast einen Sinn, egal, was dein Beziehungsstatus ist.

Jede einzelne Person auf diesem Planeten wurde geschaffen, um etwas über Gott auszusagen. Der Schöpfer und Erhalter des Universums hat jeden von uns geschaffen und uns, zusammen mit allen anderen sieben Milliarden Menschen auf diesem Planeten, mit einem Sinn erfüllt. Vielen von uns fällt es schwer wirklich zu glauben, dass wir von jemandem geschaffen wurden und für etwas, das größer ist als wir selbst. Wir sind in einer viel kleineren Welt aufgewachsen, ausgebildet und eingewöhnt; einer Welt, die sich auf uns fokussiert und nur soweit reicht, wie wir sehen können.

Aber Gott hat dich und mich für weit mehr als Ehe oder Beruf geschaffen, oder was auch immer wir für uns heraussuchen. Wenn wir das nicht erkennen, riskieren wir es, unser Leben zu verschwenden, indem wir in falsche Richtungen laufen, dürftige Träume verfolgen und mickrigen Göttern dienen. Je früher wir die größten Fragen über das Leben beantworten, desto besser werden wir auf all die kleineren Fragen reagieren – z.B. was wir studieren, wo wir arbeiten oder wen wir heiraten sollen.

3. Die Zeit ist auf unserer Seite.

Wenn Gott dich dazu führt zu heiraten, kann es sein, dass du nie wieder so eine Zeit erlebst wie jetzt. Eine Phase des Ledigseins ist nicht eine Zeit in der Zweiten Bundesliga, bevor man in die Ehe aufsteigt. Sie hat das Potential, zu einer einzigartigen Phase ungeteilter Hingabe zu Christus und unabgelenktem Dienst an anderen zu werden.

Mit dem Geist, der in dir wohnt, und einem leeren Kalender, hat Gott dir die Mittel gegeben, um einen bleibenden Unterschied für sein Reich zu machen. Du bist mit jedem geistlichen Segen in den himmlischen Regionen versorgt (Eph 1,3) und kannst praktisch überall hingehen.

4. Du brauchst die Gemeinde.

Sich einer Gemeinde anzuschließen ist die radikal gegenkulturellste und geistlich nützlichste Sache, die du in deinem unverheirateten Leben tun kannst. Wenn jeder andere in deinem Alter sich weigert, sich an andere zu binden und rechenschaftspflichtig zu sein, dann ordne du dich einer Körperschaft von Gläubigen unter. Gib der ganzen Welt zu erkennen, dass du zu Jesus gehörst, dass ihm dein Leben gehört und dass du bereit bist, dass dich andere darin zur Verantwortung ziehen.

5. Du kannst mit Verheirateten befreundet sein.

Je länger du nicht verheiratet bist, desto mehr Zeit hast du, etwas aus den Erfolgen und Misserfolgen anderer über die Ehe zu lernen. Während du deine eigenen ehelichen Fehler und Sünden nicht vermeiden kannst, kannst du gewisslich die Chance auf Erfolg verbessern, wenn du vorher ein guter Lerner bist.

Halt nach Möglichkeiten Ausschau, ein regelmäßiger Teil des Lebens und der Familie eines Ehemenschen zu sein. Wenn du nicht oft genug da bist, um Hässlichkeit und Unordentlichkeit zu sehen, bist du vielleicht nicht oft genug da. Dränge dich nicht anderen Menschen auf, aber sei auch nicht zu vorsichtig, eine Unterhaltung zu initiieren. Biete an, auf die Kinder aufzupassen, im Haus mitzuhelfen oder einkaufen zu gehen, wenn eines der Kinder krank ist. Und dann sei ein Lerner. Stelle Fragen. Mach Notizen über das, was nachzuahmen ist. Indem unsere Herzen und Sinne durch das Wort verändert und auf die Ehe vorbereitet werden, brauchen wir auch Vorbilder von fehlerhaften und doch treuen Ehen.

6. Gottes Plan dreht sich nicht nur um dich.

Das Evangelium ist eine Geschichte für dich, aber es ist nicht eine Geschichte über dich. Diese gute Nachricht – die Nachricht, die dich vor der Hölle rettete und dir den Himmel verhieß – dreht sich nicht darum, dass Gott dich glücklich macht getrennt von ihm und seiner Herrlichkeit, sondern darum, dich für immer mit Freude an ihm zu erfüllen. Er hat dich so sehr geliebt, dass er sich selbst dir gegeben hat.

Warum hat Gott dich gerettet? Nicht nur, damit du der Hölle entkommen kannst oder frei wirst von Scham und Bedauern. Sogar nicht nur, damit du in den Himmel kommst. Gott hat dich für Gott gerettet. Die Bibel sagt, dass Gott dich geliebt, erwählt, gerettet und sein Eigen gemacht hat „zum Lob der Herrlichkeit seiner Gnade“ (Eph 1,6).

7. Mach Jesus zu deinem größten Schatz … nicht irgendeine Beziehung.

Die meisten Menschen versuchen, das Ledigsein zu überstehen und damit zu warten, ernsthaft für Jesus und seine Mission zu leben, bis sich die Dinge im Leben stabilisiert haben. Nur wenige von uns entwickeln Gewohnheiten, ihn tief kennenzulernen und von ihm zu erzählen, weit mehr als wir es nach unserem Hochzeitstag tun können. Ledigsein hat das Potential, ein Garten zu sein – oder ein Fitnessstudio, eine Küche oder eine Schule – mit aufmerksamer Hingabe an Jesus wie in keiner anderen Phase in unserem Leben. Um das zu glauben, müssen wir ein paar Dinge über dieses Leben erlernen. Diejenigen, die für Gottes Herrlichkeit leben – die in diesem Leben für das zukünftige leben – werden eine beständige und sogar schmerzliche Dringlichkeit verspüren.

Das Werk, das wir zu tun haben, in unseren eigenen Herzen und für die Verlorenen, ist das wichtigste Werk, das jemals in der Geschichte verrichtet wurde. Wir entwickeln jetzt geistliche Muskeln, indem wir sagen, mit allen, was wir haben und tun, dass Jesus unser größter Schatz ist. Das Leben ist kurz und alles, was wir hier haben und sehen, wird vergehen. Alles außer Jesus.

8. Vergiss nicht deine Berufung.

Wir sind dazu gerettet, zur Ehre von Jesus in die Welt hinaus zu gehen, um ihn bekanntzumachen – ledig oder verheiratet – als unseren Retter, Herrn und größten Schatz. Die Erlösung ist eine lebensspendende Rettung, aber sie umfasst auch eine tiefgehende Veränderung und Neuausrichtung. Bekehrung hat mit Aussendung zu tun, nicht nur Errettung, weil wir nicht gerettet werden, um gerettet zu sein, sondern um ausgesandt zu werden.

9. Erinnere dich daran, dass dein himmlischer Vater weiß, was du brauchst.

Der allmächtige Gott der Heiligkeit und Barmherzigkeit ist nicht nur ein Richter oder ein König, sondern ein Vater. Er wacht über und liebt dich als eines seiner eigenen Kinder. Du hast einen allwissenden und allmächtigen Vater im Himmel, der weiß, was du brauchst und verheißt, dir zu helfen, genau dann, wenn du es brauchst. Jesus sagt:

Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt! …  Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles benötigt. Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden! (Mt 6,25.32-33)

Gott ist mit uns und sorgt für uns. Bevor Jesus die Erde verließ, beauftragte er seine Jünger, in eine dunkle Welt mit der Hoffnung des Evangeliums zu gehen, indem er zu ihnen (und zu uns) sagte: „,Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit!“ (Mt 28,20) Gottes unendlicher Reichtum und seine Kraft werden für sein schwaches und leidendes Volk mit Gottes unaufhörlichem Mitgefühl und seiner Zuwendung sorgen, wenn es zusammen an Gottes Wort festhält, besonders an seinen Verheißungen.

10. Gebet ist das Antriebsmittel.

Gott hat es so eingerichtet, dass unser Leben – ob verheiratet oder unverheiratet, Student oder Angestellter, jung oder alt – mit der Kraft des Gebets angetrieben wird. Gebet treibt den Motor unseres Herzens und Verstandes an. Wir brauchen Gott in und durch das Gebet mehr als irgendetwas anderes. Wir werden nichts von wirklichem und bleibendem Wert tun ohne Gott, was bedeutet, dass wir nichts von wirklichem und bleibendem Wert tun werden ohne Gebet.

Unser Warten und unsere Sehnsucht sollten durch das Gebet geformt und gefüllt sein. Unsere Suche nach Sinn und Ziel im Ledigsein sollte mit Gebet anfangen. Unser Streben nach Freude sollte eine Reise des Gebets sein.