Was ist das Evangelium?

Artikel von Burk Parsons
18. März 2019 — 6 min Lesedauer

Der Princeton Theologe aus dem 19. Jahrhundert, Charles Hodge, sagte: „Das Evangelium ist so einfach, dass kleine Kinder es verstehen können, und es ist so tiefgehend, dass die Studien der weisesten Theologen niemals seine Schätze erschöpfen können“. Das Evangelium ist absolut fundamental für alles, was wir glauben, und es ist der Kern von dem, was wir als Christen sind. Viele bekennende Christen haben jedoch Probleme damit, die einfache Frage zu beantworten: Was ist das Evangelium? Wenn ich unterrichte, bin ich überrascht, wie viele meiner Studenten nicht in der Lage sind, eine biblisch korrekte Erklärung dessen zu geben, was das Evangelium ist, und – was genauso wichtig ist – was das Evangelium nicht ist. Wenn wir nicht wissen, was das Evangelium ist, so sind wir die elendsten unter allen Menschen. Denn wenn wir das Evangelium nicht erklären können, dann können wir das Evangelium nicht in der Evangelisation verkündigen, damit Sünder gerettet werden mögen, wenn wir noch nicht mal selbst gerettet sind. In unserer Zeit gibt es zahllose gefälschte Evangelien, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Gemeinde. Vieles von dem, was im christlichen Fernsehen läuft oder auf den Regalen christlicher Buchläden liegt, verfälscht das Evangelium vollkommen und macht es zu einem neuen Evangelium, was eigentlich kein Evangelium ist. Da der Teufel das Evangelium nicht zerstören kann, hat er, wie J.C. Ryle schrieb, „es oft in seiner Nützlichkeit neutralisiert durch Addition, Subtraktion oder Substitution“. Es ist lebenswichtig, dass wir verstehen, dass nur, weil ein Prediger über Jesus, das Kreuz und den Himmel redet, es nicht bedeutet, dass er das Evangelium verkündigt. Und nur, weil es einige Kirchen in einer Stadt gibt, es nicht bedeutet, dass das Evangelium in jeder Kirche gepredigt wird.

Grundsätzlich ist das Evangelium eine Nachricht. Es ist eine gute Nachricht – die gute Nachricht über das, was unser dreieiniger Gott gnädigerweise für sein Volk getan hat: Der Vater hat den Sohn, Jesus Christus, gesandt, der Mensch wurde, um vollkommen zu leben, das Gesetz zu erfüllen und als Opfer zu sterben, um unsere Sünden zu sühnen, wodurch er den Zorn Gottes gegen uns zufriedenstellte, damit wir nicht in die ewige Hölle kommen und Gott erweckte ihn durch die Kraft des Heiligen Geistes von den Toten auf. Es ist die triumphale Verkündigung, dass Gott Sünder rettet. Und auch, wenn der Aufruf von Jesus, „das Kreuz aufzunehmen und ihm zu folgen“, „umzukehren und zu glauben“, „sich selbst zu verleugnen“ und „seine Gebote zu befolgen“ notwendige Befehle sind, die direkt auf die Verkündigung des Evangeliums folgen, so sind sie doch an sich nicht die gute Nachricht von dem, was Jesus vollbracht hat. Das Evangelium ist kein Aufruf, härter zu arbeiten, um Gott zu erreichen – es ist die großartige Botschaft davon, wie Gott alles zum Besten wirkt, um uns zu erreichen. Das Evangelium ist eine gute Nachricht, kein guter Rat, genauso wie J. Gresham Machen es ausdrückte: „Was ich zu allererst brauche, ist keine Ermahnung, sondern ein Evangelium, nicht Handlungsanweisungen, wie ich mich selbst erretten kann, sondern Wissen darüber, wie Gott mich gerettet hat. Haben sie irgendwelche guten Nachrichten? Das ist die Frage, die ich ihnen stelle“.


Dieser Artikel von Burk Parsons erschien zuerst bei Ligonier Ministries. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung.

Burk Parsons ist Senior Pastor der Saint Andrew’s Chapel in Sanford, Florida (USA), Verlagsleiter bei Ligonier Ministries und Herausgeber des Tabletalk Magazins.