Die wunderschöne Ironie der Krippe

Artikel von Erik Raymond
20. Dezember 2018 — 3 min Lesedauer

Was für eine spektakuläre Szene Lukas auf Papier gebracht hat! Sie ist voll von Ironie und theologischer Schönheit. Da ist Maria, die Mutter Jesu, die die zweite Person der Dreieinigkeit in Windeln wickelt:  

„Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.“ (Lk 2,7)

Der Sohn Gottes wurde als Sohn einer Jungfrau geboren. Der Schöpfer kommt, um in seiner Schöpfung zu leben. Derjenige, der die Sterne in Finsternis gewickelt hat (Hiob 38,9) ist nun als ein Baby in Windeln gewickelt. Christus, Gott selbst, wird Mensch und wohnt unter uns (Joh 1,14).

Wir können gar nicht lange auf die Krippe blicken, bevor sich unser Bild von ihr anfängt zu verändern. Wenn wir die gesamte Schrift lesen, fangen wir an, auf dieser Krippe Schattenbilder zu erkennen. Jesus wurde geboren, um zu sterben (Mt 1,21). Hier sehen wir das Baby in Tüchern gewickelt, doch schon bald sollte es in die schmutzigen Tücher meiner Sünde gekleidet sein (Jes 64,6; 1Petr 2,24; 2Kor 5,21).

Er tat dies, damit wir bekleidet werden mit seinem unendlichen Verdienst (Röm 4,4-5; 5,1; 2Kor 5,21). Jesus, der in Tüchern der Demut gewickelt wurde, kleidet Gottes Kinder mit den Verdiensten seiner Gerechtigkeit. Dieser Jesus erlangt durch seinen absoluten Gehorsam eine ewige Gerechtigkeit, die seinem Volk angerechnet wird; solchen Menschen, wie dir und mir.

Das ist ein Grund, warum ich die Weihnachtszeit so liebe. Sie bringt mich wieder dazu, daran zu denken, wie tief Christus sich für hoffnungslose Menschen, wie mich erniedrigt hat. Seine Demut ist unendlich tief, da er vom Himmelsthron herabgestiegen ist; er ist Gott. Doch er kam auch herab, um jemandem wie mir zu dienen; jemandem, der sich unendlich verschuldet hat, mit einer unbezahlbaren Schuld. Und Christus, mit seinem unendlichen Wert, verdiente für Sünder diese ewige Gerechtigkeit.

Blick auf die Krippe und staune! Der Vater schaut auf Christus und sagt: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe“ (Mt 3,17). Und wir antworten: „Dies ist mein geliebter Retter, an dem ich Wohlgefallen habe!“