Was Lobpreisleiter wissen sollten …

Bob Kauflin (Bild: TGC) 

Pastoren sind letztendlich verantwortlich für die Lehre und die Inhalte der Lieder, die in ihrer Gemeinde gesungen werden.

Pastoren sollten deshalb wissen, welche Lieder gesungen werden und sollten bei der Auswahl mithelfen. Wenn wir das Vertrauen des Pastors haben wollen, müssen wir es uns verdienen.

Gottes Wort an uns ist wichtiger als unsere Worte an Gott (Jes 66, 2; Ps 19, 7-11).

Der Musikdienst in der Gemeinde ist ein Wort-Dienst. Wir dürfen den Wert einer leidenschaftlichen Wortverkündigung nicht unterschätzen. Versuchen Sie deshalb, die Bibel besser zu kennen als ihr Instrument. Suchen Sie Lieder so aus, dass die Gemeinde das Wort Gottes singt, hört, sieht und betet.

Wir sind, was wir singen. Treffen Sie deshalb weise Entscheidungen bei der Auswahl der Lieder (Kol 3, 16).

Wir führen die Gemeinde durch die Auswahl der Lieder und Worte geistlich. Es kann sogar dazu kommen, dass unsere Gemeinden sich mehr Worte aus den gesungenen Liedern merken als aus den gehörten Predigten. Bauen Sie ein Repertoire an Liedern auf, die es ermöglichen, die verschiedenen Aspekte der Herrlichkeit Gottes hervorzuheben und als angemessene Antwort darauf dienen können.

Eine Einleitung zum Lied kann hilfreich sein. Beachten Sie aber: Der Lobpreisleiter ist nicht der Prediger.

Ihre Hauptaufgabe besteht darin, nicht zu predigen, sondern eine Möglichkeit zu schaffen, dass Wort Gottes reichlich in der Gemeinde wohnen zu lassen. Wenn Sie doch etwas sagen wollen, fassen Sie sich kurz. Suchen Sie vielmehr gute Lieder aus, die die „Belehrung“ übernehmen können.

Gebete im Gottesdienst sind gemeinschaftliche Gespräche mit Gott und keine Lückenfüller.

Beten Sie nicht einfach, weil Ihnen danach ist oder weil Sie nicht wissen, was Sie sonst tun sollen. Nutzen Sie diese Gebete, um für die Gemeinde zu sprechen und nicht nur für Sie selbst. Versuchen Sie, der Gemeinde zu zeigen, wie theologisch tiefgehende, Christus-verherrlichende Gebete aussehen können. Bringen Sie nicht die Personen der Dreieinigkeiten durcheinander und beten Sie nicht so als habe Gott seinen Namen vergessen.

Ihre Aufgabe ist es, den gemeinsamen Gesang zu unterstützen, und nicht, ihn zu ersetzen (Eph 5, 18-19; Offb 5, 9-10).

Stellen Sie sicher, dass der Verantwortliche für die Technik den Wert des gemeinsamen Gesangs kennt. Wenn das Lobpreisteam durchgängig vierstimmig singt, wird es schwer für die Gemeinde, die Melodie kennenzulernen. Glauben Sie auch nicht, die Instrumentalisten müssten die ganze Zeit spielen. Legen Sie zwischendurch die Mikrophone zur Seite, hören Sie auf zu spielen und lassen Sie die Gemeinde a Capella singen.

Wahrheit ist wichtiger als Töne. Das bedeutet aber nicht, dass wir großartige Theologie zu mäßiger Melodie singen sollten.

Suchen Sie Lieder aus, die die Gemeinde gerne singt und singen kann. Versuchen Sie manchmal, dass Arrangement zu ändern, das Tempo zu variieren oder die Stimmung des Lieder zu wechseln, damit die Gemeinde das Lied „neu“ kennenlernt.

Tonarten, die den Gemeindegesang fördern, haben Priorität gegenüber den Tonarten, die die Sänger gut klingen lassen.

Die Gemeinde kommt nicht zusammen, um die Stimme der Sänger zu hören, sondern um selbst ihre Stimme zum Lob Gottes zu erheben. Wenn eine Stelle doch höher gesungen werden muss, dann sollte es eine Stelle sein, an der die Melodie den Inhalt hervorhebt. Die Gemeinde wird müde, wenn sie ständig hohe Töne singen muss oder aber wird irgendwann aufhören, mitzusingen.

Bringen Sie der Gemeinde niemals so viele neue Lieder bei, dass sie diese nicht lernen können. Aber es sollten auch nicht zu wenige sein, sodass die Gemeinde von guten, neuen Liedern profitieren kann.

Ungefähr zwei Lieder innerhalb von drei Monaten zu lernen, ist durchaus machbar. Aber: Innerhalb eines Monats vier Lieder zu lernen, ist unmöglich für eine Gemeinde. Wir haben Zugang zu merh Lieder als jemals in der Kirchengeschichte zuvor. Bringen Sie der Gemeinde die Lieder bei, die ihre Seelen mit geistlicher Nahrung versorgen können. Wenn Ihr Ziel ist, der Gemeinde zu dienen, müssen Sie nicht versuchen, die Menschen zu beeindrucken.

Nur weil man ein Musiker ist, sind bestimmte Charaktereigenschaften nicht weniger sündig.

Launenhaftigkeit, Überempfindlichkeit, Faulheit, Stolz und Unverantwortlichkeit sind nicht Teil eines bestimmten Temperaments, sondern der in uns wohnenden Sünde. Es kann hilfreich sein, mit Menschen in der Gemeinde in Kontakt zu treten, die keine Musiker sind, um so Ermutigung zu erfahren und eine andere Perspektive zu bekommen. Wenn es etwas in Ihrem Leben gibt, das Sie für diesen Dienst disqualifiziert, sprechen Sie das an. Ihr Pastor wird Ihnen helfen wollen.

Ihr Ziel in der Leitung des Gesangs ist nicht musikalischer, sondern pastoraler Natur.

Wenn die Gemeinde nicht mitsingt, leiten Sie nicht die gemeinsame Anbetung, sondern stellen nur Ihr Können dar. Ihre Aufgabe ist nicht damit getan, dass Sie ein paar Lieder spielen. Die Gemeinde muss mitsingen. Wenn Sie die Gemeinde während des Gesangs ansehen, kommunizieren Sie damit, dass Sie sich um die Leute kümmern und ihnen helfen wollen.

Sie sind nicht der Hl. Geist. Sie sind abhängig von ihm.

Musik kann nicht die Augen unseres Herzens öffnen, unseren Verstand erleuchten oder unser Leben verändern. Aber Gottes Geist kann all das vollbringen. Sie brauchen die Gemeinde nicht dazu auffordern, lauter oder mit allem Ernst und aller Leidenschaft zu singen. Geben Sie der Gemeinde die Wahrheit Gottes und lassen Sie den Hl. Geist den Rest machen. Wenn Sie Gott im Gebet bitten, Ihren Dienst mit Kraft und Vollmacht zu erfüllen, werden Sie ihren Dienst viel öfter mit einer demütigen Einstellung verrichten.

Letztendlich ist Christus unser Lobpreisleiter (Hebr 2, 11-12; 8,1-2).

Sie müssen die Gemeinde nicht in den Thronessaal bringen. Christus hat das längst getan (Hebr 10, 19-22). Sie müssen sich nicht dabei fürchten oder Druck verspüren, wenn Sie Gemeinde anleiten. Christus vollendet all unsere Gaben (1. Petr 2, 5)! Je mehr Sie die Gemeinde auf das hinweisen, was Christus getan hat und für uns tut, desto weniger wird die Gemeinde auf Sie achten und wird doch noch mehr von den Gaben profitieren, die Gott Ihnen gegeben hat.


Bob Kauflin, What Pastors Wish Their Worship Leaders Knew
© Bob Kauflin/WorshipMatters. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung.