Jüngerschaft: Programm oder Lebensweise?

Die Gemeinde sollte Jüngerschaft nicht als eine besondere Veranstaltung oder ein ausgefallenes Programm verstehen. Jüngerschaft soll nicht nur hin und wieder stattfinden. Sie soll nichts Außergewöhnliches sein. Jüngerschaft soll nicht vom Rest unseres christlichen Lebens abgeschottet sein. Denn Christsein bedeutet ein Jünger bzw. ein Nachfolger Christi zu sein. Und ein Leben in der Nachfolge Christi bedeutet:

  1.  Von anderen zu lernen, wie man Christus ähnlicher wird (= ein Jünger sein);
  2. Anderen zu helfen, Christus ähnlicher zu werden (= andere zu Jüngern machen und in der Nachfolge begleiten).

Darum sollten unsere Gemeinden Jüngerschaft als eine Lebensweise verstehen. Jüngerschaft sollte für einen Christen und für ein Gemeindemitglied normaler Bestandteil des Lebens sein. Denn das ist, was ein Nachfolger Christi tut.

Das heißt, dass es unseren Gemeinden freisteht, ob sie Jüngerschaftskurse und -programme einsetzen oder nicht. Doch selbstverständlich müssen unsere Gemeinden eine Kultur der Jüngerschaft fördern. Es sollte normal sein, dass jüngere Christen sich mit reiferen Christen zum Essen zusammensetzen und sich über geistliche Fragen austauschen. Es sollte normal sein, dass jüngere Christen Zeit zuhause bei reiferen Christen verbringen, um zu sehen, wie sie ihren Glauben in jedem Bereich leben, bis hin zu der Art und Weise, wie sie ihre Kinder ins Bett bringen. Aus Gottes Gnade wird eine Gemeinde, die eine solche Kultur der Jüngerschaft fördert, voller Mitglieder sein, die Jesus immer ähnlicher werden (1.Kor11,1).


Dieser Artikel erschien zuerst bei 9Marks. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung.