Jesus: das vollkommene Brand-, Sünd- und Schuldopfer

Das dritte Buch Mose eröffnet mit einer Beschreibung von fünf verschiedenen Opfern der Anbetung des Alten Bundes. Diese Opfer sind das Brandopfer, das Speisopfer, das Dankopfer, das Sündopfer und das Schuldopfer. Drei dieser Opfer beziehen sich insbesondere auf die Sünde und ihre Auswirkungen. Sie unterstreichen verschiedene Wege, wie Sünde den Anbeter, den Ort der Anbetung und die Gemeinschaft verunreinigt. Im Neuen Testament erfüllt Jesus diese drei Typen der Opfer für Sünde auf eine Weise, die die verschiedenen Facetten vom Erlösungswerk Christi für uns hervorhebt.

Das Brandopfer ist das erste Opfer, das im 3. Buch Mose beschrieben wird. Was einzigartig bei diesem Opfer ist, ist, dass das ganze Tier (ohne die Haut) auf einem Bronzealtar dargebracht wird als ein lieblicher Geruch für Gott. Der Anbeter identifiziert sich mit dem Tier (indem er seine Hände auflegt), schlachtet es und steigt dann symbolisch zu Gott auf im Rauch des Opfers. Dies betont den Frieden und die Versöhnung, die zwischen Gott und dem Anbeter hergestellt wurden.

Jesus Christus wird beschrieben als derjenige, der uns mit Gott versöhnt, indem er sich selbst als Opfer darbringt. Das Brandopfer war ein lieblicher Geruch für Gott, und so gab sich Jesus „als Darbringung und Schlachtopfer, zu einem lieblichen Geruch für Gott“ (Eph 5,2). Genauso wie das Tier für das Brandopfer makellos sein musste (3Mo 1,3), wird Jesus als ein makelloses und unbeflecktes Lamm beschrieben (1Petr 1,19), der uns mit seinem kostbaren Blut erlöst hat.

Das Sündopfer wird in 3. Mose 4 beschrieben und der Fokus bei diesem Opfer liegt auf Reinigung. Das Opfertier wurde nicht vollständig auf dem Altar verbrannt, sondern der Großteil des Tieres wurde außerhalb des Gebietes des Bundeszeltes getragen und an einem reinen Ort außerhalb des Lagers verbrannt. Der einzigartige Aspekt bei diesem Opfer war, dass das Opferblut gebraucht wurde, um die Einrichtung im Bundeszelt zu reinigen, wodurch angezeigt wurde, dass die Sünde Gottes Haus verunreinigt. Der Priester, der gesündigt hatte, besprengte den Vorhang, der das Heilige vom Allerheiligsten trennte, sieben Mal, und auch die Hörner des Weihrauchaltars. Hierdurch sehen wir, dass Sünde weitreichende Konsequenzen hat. Sie beeinflusst nicht nur uns, sondern besudelt auch das Heiligtum (oder die Gemeinde).

Gott wohnt heute nicht im Bundeszelt oder im Tempel, stattdessen hat er unsere Herzen zu seinem Wohnort gemacht. Sünde hatte den Tempel unseres Herzens verunreinigt, und deshalb brauchten wir es, dass Jesus „unsere Herzen besprengt“ und uns von Verunreinigung reinigt (Hebr 10,22). Jesus wird in Hebräer 13,10-12 als Sündopfer beschrieben: „Wir haben einen Opferaltar, von dem diejenigen nicht essen dürfen, die der Stiftshütte dienen. Denn die Leiber der Tiere, deren Blut für die Sünde durch den Hohenpriester in das Heiligtum getragen wird, werden außerhalb des Lagers verbrannt. Darum hat auch Jesus, um das Volk durch sein eigenes Blut zu heiligen, außerhalb des Tores gelitten“. Jesus war unser priesterliches Opfer, welches den Tempel unseres Herzens mit seinem Blut besprengte und sie für alle Zeit reinigte.

Das Schuldopfer in 3. Mose 5,14-6,7 konzentriert sich auf noch einen weiteren Aspekt der Auswirkungen der Sünde, die Notwendigkeit einer Bezahlung. Dieses Opfer wird manchmal als Reparation bezeichnet, weil es die Notwendigkeit einer Bezahlung unterstreicht, nachdem etwas Falsches getan wurde. Vergebung hing davon ab, dass der Anbeter eine Wiedergutmachung leistet und das Opfertier wurde als eine Entschädigung erachtet. Der Gedanke ist, dass es nicht ausreicht, Vergebung zu erhalten, sondern wir müssen die Dinge auch richtigstellen.

Im Neuen Testament ist Zachäus ein gutes Beispiel dafür, der vierfältig zurückgab, wo er andere betrogen hatte (Lk 19,8). Jesus sagte: „Wenn du nun deine Gabe zum Altar bringst und dich dort erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar und geh zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und opfere deine Gabe“ (Mt 5,23-24). Sünde bewirkt oft einen Riss zwischen Brüdern und Schwestern in Jesus und als Christen sind wir dazu berufen, Frieden untereinander zu stiften und das wiederherzustellen, was zerbrochen oder verloren ist.

Die Schuld, die wir bei Gott haben und bei denen, gegen die wir gesündigt haben, ist größer, als wir tragen können, deshalb sandte Gott seinen Sohn nicht nur, um unser vollkommenes Brand- und Sündopfer zu sein; sondern auch als unser vollkommenes Schuldopfer. Der Prophet Jesaja sagte von Jesus: „Aber dem HERRN gefiel es, ihn zu zerschlagen; er ließ ihn leiden. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Nachkommen sehen und seine Tage verlängern; und das Vorhaben des HERRN wird in seiner Hand gelingen…“ (Jes 53,10). Das Wort für „Schuldopfer“ ist genau das gleiche Wort, das in 3. Mose 5,15 für die Wiedergutmachung oder das Schuldopfer gebraucht wird, das vom antiken Anbeter dargebracht wurde. Jesus bezahlte unsere Schulden und nun müssen wir vergeben, so wie uns vergeben wurde.

Liebe Freunde, wir kommen heute nicht zu Gott mit irgendeinem Opfer für Sünde, weil Jesus das alttestamentliche System erfüllt hat durch sein einmaliges Opfer. Sein Opfer reinigt dich, bezahlt deine Schuld und gibt dir Frieden mit Gott, wodurch du in die Gegenwart des Heiligen kommen darfst. Wenn du heute unter der Last deines Versagens leidest, schau im Glauben auf Jesus, das Lamm, das geschlachtet wurde, nun aber wieder aufrecht steht (Offb 5,6) und für uns eintritt (Hebr 7,25). Er hat vollkommen für unsere Sünden gesorgt, damit du ihm kein neues Opfer für Sünde darbringen brauchst, sondern das Opfer des Lobes (Hebr 13,15).


Dieser Artikel von Adriel Sanchez erschien zuerst bei Core Christianity. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung.