Gottes Plan für Märtyrer

„Jedem von ihnen wurden weiße Kleider gegeben, und es wurde ihnen gesagt, dass sie noch eine kleine Zeit ruhen sollten, bis auch ihre Mitknechte und ihre Brüder vollendet wären, die auch wie sie getötet werden sollten.“ (Offenbarung 6,11)

Fast dreihundert Jahre lang wuchs das Christentum auf einem Boden, der mit dem Blut von Märtyrern getränkt war.

Bis zu Kaiser Trajan (ca. 98 n. Chr.) war die Verfolgung von Christen gestattet, aber nicht legal. Von Trajan bis zu Decius (ca. 250 n. Chr.) war die Verfolgung legal. Von Decius, der die Christen hasste und ihren Einfluss auf seine Reformen fürchtete, bis zum ersten Toleranzedikt 311 n. Chr. war die Christenverfolgung nicht nur legal, sondern eine weitverbreitete und allgemeine Realität.

Ein Autor beschreibt die Situation in dieser dritten Phase so:

„Schrecken verbreitete sich durch die Gemeinden; und die Anzahl der Lapsi [derer, die unter diesem Druck dem Glauben absagten] [...] war gewaltig. Es mangelte jedoch nicht an denen, die fest blieben und lieber den Märtyrertod starben, als ihren Glauben zu verleugnen; und in dem Maße, in dem die Verfolgung sich weiter ausbreitete und stärker wurde, nahmen auch der Enthusiasmus der Christen und ihre Widerstandskraft immer mehr zu.“

Christsein bedeutete also dreihundert Jahre lang, ein enormes Risiko für das eigene Leben, für seine Besitztümer und für seine Familie einzugehen. Man wurde geprüft, was man mehr liebt. Und die extremste Form davon war der Märtyrertod.

Und über diesem Märtyrertum steht ein souveräner Gott, der sagt, dass es eine festgesetzte Zahl an Märtyrern gibt. Sie haben eine besondere Rolle im Bau der Gemeinde und verleihen der Gemeinde Kraft. Sie werden dazu gebraucht, um dem Satan den Mund zu stopfen, der ständig sagt, dass Gottes Volk Gott nur dient, weil sie so ein einfaches Leben haben. Darum geht es in Hiob 1,9–11.

Der Märtyrertod ist kein Versehen. Er trifft Gott nicht unvorbereitet. Er ist nicht unerwartet. Und er ist nachdrücklich keine strategische Niederlage für die Sache Christi.

Er mag wie eine Niederlage aussehen. Doch er ist Teil eines himmlischen Plans, den kein menschlicher Stratege je erfassen könnte oder sich je hätte ausdenken können. Und dieser Plan wird für alle den Sieg davontragen, die bis zum Ende durch Gottes allgenügsame Gnade im Glauben ausharren.

Diese Andacht ist ein Auszug aus John Pipers Buch Future Grace, Seite 342–343.