Die Ehe und die Verantwortung der Männer

Im Schöpfungsbericht in Genesis 1 lesen wir, wie Gott Himmel und Erde schuf. In Kapitel 2 bekommen wir dann einen detaillierteren Bericht des sechsten Schöpfungstages. Dieser  will uns unumstößliche Wahrheiten bezüglich der Ehe mit auf den Weg geben. Im ersten Kapitel hat Gott uns schon etwas ganz Wichtiges gelehrt, nämlich dass Mann und Frau absolut gleichwertig sind. Am sechsten Tag heißt es: „Und Gott schuf den Menschen in seinem Bilde, im Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie“ (V.27). Das bedeutet, dass der Mensch seine Würde von Gott bekommen hat, dass er IHN reflektiert, und dies als Mann und Frau. Beide haben die gleiche Wertigkeit – der Mann hat nicht einen 70%-Anteil und die Frau lediglich 30%. Es ist auch nicht umgekehrt! Beide sind gemeinsam im Bild Gottes geschaffen.

Das bedeutet aber nicht, dass es keine Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt. Bereits in der Schöpfung macht Gott deutlich, dass beide absolut gleichwertig sind und doch unterschiedlich geschaffen. Raymond Ortlund sagt: „Was nun in 1. Mose 2 deutlich zum Vorschein kommt, ist, dass die Gleichheit von Mann und Frau keine Gleichheit ist, die man nicht unterscheiden könnte.“

Heute wird gerne auf das Gender Mainstreaming hingewiesen, das besagt, dass es keinerlei Unterschied zwischen Mann und Frau gebe. Man würde nicht als Frau geboren, sondern dorthin erzogen. Gleiches gelte für den Mann. Diese Auffassung ist aber nicht kompatibel mit Gottes Schöpfungsordnung.Der Unterschied zwischen Mann und Frau ist keine Sache bloßer Anatomie. Sie ist keine biologische Belanglosigkeit und auch kein Zufall. Gott ist es, der Männer als Männer und Frauen als Frauen wollte. Was lernen wir aus dem Schöpfungsbericht über die Rolle des Mannes und der Frau in der Ehe?

Der Mann wurde zuerst geschaffen

Wir lesen in Vers 7: „Da bildete Gott der Herr den Menschen, Staub von der Erde, und blies den Odem des Lebens in seine Nase, und so wurde der Mensch eine lebendige Seele.Und in Vers 21-22: „Da ließ Gott der Herr einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen; und während er schlief, nahm er eine seiner Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch. Und Gott der Herr bildete die Rippe, die er von dem Menschen genommen hatte, zu einer Frau und brachte sie zu dem Menschen.“

Im 1. Timotheus-Brief schreibt Paulus, wie sich gläubige Frauen in der Gemeinde verhalten sollen. So sollen sie in gemischten Versammlungen, in denen Männer und auch Frauen anwesend sind, nicht lehren. Das begründet er mit der Schöpfungsordnung: „Denn Adam wurde zuerst gebildet, danach Eva“ (1. Timotheus 2,13). Warum schuf Gott in dieser Reihenfolge? Warum hat Er Adam und Eva nicht gleichzeitig aus einem Staubklumpen erschaffen? Mit dieser Reihenfolge lehrt Gott uns etwas über die Beziehung von Mann und Frau. Er macht deutlich, dass es eine Vorrangigkeit in der Verantwortung gibt. Das hat absolut nichts mit einer höheren oder niedrigeren Wertigkeit zu tun. Adam, der bis dahin ein sündloser Mann war, der in vollkommener Abhängigkeit von und in Reinheit vor Gott lebte, wird eine besondere Verantwortung zugeteilt.

Also erstens: Der Mann wurde zuerst geschaffen, dann die Frau. Dies deutet auf eineLeiterschaftsverantwortung des Mannes hin.

Dem Mann wurden Gebote gegeben

Weil der Mann zuerst geschaffen wurde, erklärte Gott ihm, wie er sich moralisch verhalten sollte. Er bekam eine Unterweisung von Gott und somit eine moralische Verantwortung übertragen. Noch bevor die Frau geschaffen wurde, kam Gott zu dem Mann und sagte in Vers 16-17: „Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.“

Nachdem die Frau geschaffen worden war, lesen wir nicht, dass Gott dieses moralische Gebot wiederholte. Nein, Adam war verantwortlich. Er bekam die Ansage, und er sollte nach wie vor darüber wachen, dass im Garten Eden die Gebote Gottes eingehalten wurden.

Adam wurde zuerst zur Rechenschaft gezogen

Später, als die Sünde hereingebrochen war, kam Gott am Abend in den Garten. Obwohl die Frau zuerst von der verbotenen Frucht gegessen hatte, sprach Gott Adam an – nicht Eva – und zog ihn zur Verantwortung. „Da rief Gott der Herr den Menschen und sprach: Wo bist du?“ (1. Mose 3,9).

Weil der Mann die vorrangige Verantwortung hatte, rief Gott ihn und nicht Eva. Das bedeutet natürlich nicht, dass die Frau für ihre Handlungen und Taten nicht verantwortlich ist. Sie ist ebenso wie der Mann ein persönlicher, moralischer Mensch, der im Bild Gottes geschaffen und selbstverständlich verantwortlich ist. Aber in der Beziehung zwischen Mann und Frau sieht Gott den Mann an und sagt: „Warst du der geistliche Leiter in deinem Haus?“

An dieser Stelle herrscht eine große Not in unserer heutigen Zeit. Vielfach wird diese Verantwortung der Männer in den Ehen nicht gesehen und daher auch nicht wahrgenommen. Ein christlicher Mann hat die Verpflichtung, seine Familie so gut er kann zu leiten. Er trägt Verantwortung für den maßvollen Umgang mit Geld. Auch wenn die Familie niemals in der Bibel liest oder selten den Gottesdienst besucht, dann fragt Gott den Mann. Wir brauchen aber Männer, die ihre Frauen lieben und die ihren Kindern gute Väter sind, indem sie Verantwortung im Haus übernehmen! Viele Familien leiden, weil die Männer ihre ganze Kraft ihrer Karriere widmen oder ihrem Hobby oder sich lieber nach Feierabend auf die Couch setzen. Möge Gott Männer erwecken, die ihre von Gott zugeteilte Rolle ernst nehmen und den Herrn um Kraft, Hilfe und Liebe für ihre Leitungsaufgabe bitten!

Die Frau als Gehilfin

Welche Funktion soll die Frau in der Ehe einnehmen? Gott sagt: „Ich will ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht.“ Sie soll ihren Ehemann in seiner Verantwortung unterstützen, ihn stärken und ihm zur Seite stehen. Sie ist dabei kein Lakai, keine übertrieben unterwürfige Person, die nichts zu melden hat und der der Zugang zur Bildung untersagt ist. Nein, sie ist eine Gehilfin, die ihm entspricht. Das heißt, sie ist passend, geeignet, angemessen, adäquat. Sie unterstützt ihren Mann, sie ordnet sich seiner liebevollen Leiterschaft unter. Sie berät ihn in wichtigen Fragen und übernimmt Aufgaben.

Gott selbst ist sich nicht zu schade, sich als unser Helfer zu zeigen. Im Alten Testament wird immer und immer wieder das Wort „Helfer“ als Ausdruck der Aktivität Gottes benutzt. „Siehe, Gott ist mein Helfer“ (Psalm 54,6). „Meine Hilfe und mein Retter bist du“ (Psalm 70,6). „Der Herr ist für mich, er kommt mir zu Hilfe“ (Psalm 118,7). „Aber Gott, der Herr, wird mir helfen, darum muss ich mich nicht schämen“ (Jesaja 50,7).

Die Frau darf in der Ehe Gottes Wesen widerspiegeln, der dem Menschen zur Hilfe und Rettung eilt.

Liebe Schwester, denke daran, wenn du es mit einem unsensiblen Ehemann zu tun hast, der all deine Arbeit und deine Mühen nicht zu schätzen weiß. Möge Gott ihn zurechtbringen. Denke daran, dass du im Ebenbild Gottes vollkommen gleichwertig geschaffen wurdest und dass deine Aufgabe darin besteht, Gott zu reflektieren, indem du deinem Mann eine Gehilfin bist. Was für eine wunderbare Aufgabe ist das!

So hat Gott sich die Ehe gedacht, bevor irgendeine Sünde in der Welt war: Ein sündloser Mann, voller Liebe zu Gott und zu seiner Frau, der sensibel, dennoch stark und moralisch vollkommen rein die Leitung übernimmt. Und eine sündlose Frau, voller Liebe zu Gott und ihrem Mann, die ihn mit Freude in seiner Führungsrolle unterstützt. Keine Herabsetzung durch den Mann und keine Unterwürfigkeit der Frau. Zwei demütige, von Gott faszinierte Wesen, die in Harmonie und Reinheit ihre Einzigartigkeit und zugleich ihre unterschiedliche Verantwortung zur Ehre Gottes ausleben.

Diese Ehe ist von Gott zum Besten des Menschen geschaffen worden. Aber der Teufel hasst Gott, und er hasst den Menschen. Deswegen attackiert er genau diese göttliche Ordnung und
verzerrt sie durch Sünde und Schande. Darunter leiden sehr viele Ehen und vielleicht auch deine. Du schaust deine Ehe an und stellst fest, dass du sie nicht so lebst, wie Gott es geplant hat. Du leitest nicht, wie du solltest, und du hilfst nicht und ordnest dich nicht unter, wie du solltest. Das reine Ebenbild Gottes, dargestellt durch dich und deinen Ehepartner, ist durch die Sünde verzerrt.

Aber es gibt Hoffnung und Hilfe! Christus kam, um dich persönlich wiederherzustellen. Er will in deinem Herzen den Anfang machen. Die Kraft der Selbstsucht, des Stolzes, der Untreue, des Zorns und der Eifersucht wurde durch den Tod Jesu am Kreuz gebrochen. Er nahm auch deine Schande mit ans Kreuz, um dir die Kraft zur Veränderung zu schenken. Christus kam, um zerbrochene Beziehungen zu heilen!

Amen.