Die Bedeutung von Heiligkeit

Deshalb sollt ihr auf diese Weise beten: Unser Vater, der du bist im Himmel! Geheiligt werde dein Name. – Matthäus 6,9

In unserer ersten Andacht haben wir schon gesehen, wie wichtig Gottes Eigenschaft der Heiligkeit ist und was passiert, wenn Sünder vor ihm stehen in all seiner Reinheit und Herrlichkeit (3Mose 10,1-3; 2Sam 6,5-7; Jes 6,1-7). Aber wir müssen weiter darüber nachdenken, was die Schrift meint, wenn sie die Begriffe heilig und Heiligkeit gebraucht. Da es solch ein wichtiges Konzept ist, müssen wir genau verstehen, was es heißt, heilig zu sein.

Typischerweise denken die meisten Christen an Rechtschaffenheit und ethische Reinheit, wenn sie den Begriff heilig hören. Denn das Wort Gottes assoziiert an vielen Stellen Heiligkeit mit einem gerechten Leben und von Sünde gereinigt zu sein (2Kor 7,1; 1Petr 1,14-16). Dennoch geht es bei Heiligkeit in der Schrift, obwohl sie mit moralischer Rechtschaffenheit assoziiert wird, nicht hauptsächlich darum, die richtigen Dinge zu tun; sondern heilig zu sein heißt zuallererst abgesondert zu sein von dem, was gemein ist. Es heißt, unterschiedlich oder einzigartig im Vergleich mit dieser Welt zu sein. Deshalb ist Heiligkeit nicht nur eine Qualität, die Menschen haben können, sondern auch Zeit und Gegenstände können heilig sein. Zum Beispiel wurde Aaron „abgesondert“, von anderen Israeliten getrennt, um für das Volk Gottes Opfer darzubringen und zwischen ihnen und ihrem Herrn Mittler zu sein (1Chr 23,13). Als unser Schöpfer Mose im brennenden Busch begegnete, wurde der Boden, auf dem das Zusammentreffen stattfand, heiliger Boden (2Mose 3,1-6). Der Raum, in dem die Bundeslade in der Stiftshütte aufbewahrt wurde, war das „Heiligtum“ (3Mose 16,1-2) und die Feste des Alten Bundes machten die Zeit selbst zu etwas Heiligem für den Herrn (3Mose 23).

Etwas oder jemand wird heilig gemacht, wenn der Allmächtige, der selbst von der ganzen Schöpfung abgesondert ist, es aussondert und einem speziellem Gebrauch weiht. Gott ist heilig, weil er „abgesonderter“ von seiner Schöpfung ist als irgendetwas oder irgendjemand anderes. Im Grunde ist Gottes Heiligkeit eine Funktion seiner Transzendenz. Weil er hoch und erhaben ist, kann ihm nichts in der Schöpfung an Herrlichkeit, Macht und Reinheit ebenbürtig sein (2Mose 15,11; Jes 33,5).

Die Zehn Gebote und das Vaterunser vermitteln die Heiligkeit Gottes dadurch, wie sie seinen Namen behandeln. Gefallene Geschöpfe verbieten intuitiv Mord, aber es benötigt eine besondere Offenbarung, um uns zu sagen, dass das Entweihen von Gottes heiligem, abgesondertem Namen illegal ist (2Mose 20,7). Jesus sagt uns, dass das Erste, worum wir im Gebet bitten sollen, ist, dass Gottes Name in dieser Welt als heilig erachtet wird (Mt 6,9). Der Unterschied zwischen dem Herrn und seiner Schöpfung ist so groß, dass selbst sein Name als heilig respektiert werden muss.

Coram Deo

In Christus werden wir zu Freunden Gottes (Joh 15,12-15; Jak 2,23), aber das ist keine oberflächliche Freundschaft, wie wir sie mit vielen Menschen haben. Der Herr muss von seinen Freunden ehrerbietig behandelt werden, und wenn wir seine Würde und Majestät nicht schätzen, dann sind wir nicht wirklich seine Freunde. Gott ist unser Freund, aber er ist nicht unser Kumpel und wir müssen achtgeben, wie wir uns ihm nahen. Er ist würdig all unserer Ehre und Herrlichkeit; lasst uns das niemals vergessen.

Bibelstellen für weiteres Studium

3. Mose 24,16
5. Mose 5,11
Lukas 12,8-10
1. Timotheus 1,1-11


Diese Andacht erschien zuerst bei Ligonier Ministries. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung.