Pressemitteilung

Pressemitteilung: Lasst uns das Kreuz hochhalten!

Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat sich in einer Erklärung von der Judenmission verabschiedet. Christen seien – „ungeachtet ihrer Sendung in die Welt – nicht berufen, Israel den Weg zu Gott und seinem Heil zu weisen“. Das Miteinander von Christen und Juden sei „vielmehr ein gemeinsames Unterwegssein in der Verantwortung für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.“ Dazu ein Kommentar von Matthias Lohmann, dem 1. Vorsitzenden von Evangelium21 e.V.

(11.11.2016) – In den letzten Tagen und Wochen geisterten zwei scheinbar voneinander unabhängige Meldungen durch die Medien. Zum einen wurde berichtet, dass im Oktober bei einer ökumenischen Pilgerreise nach Jerusalem der EKD-Ratsvorsitzende, Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, bei Besuchen des Tempelbergs und der Klagemauer ihr Kreuz abgelegt hatten. Es entbrannte schnell eine Diskussion darüber, ob dies eine Preisgabe des eigenen Glaubenszeugnisses oder eine gebührende Geste der Zurückhaltung sei. Zum andere wurde bei der EKD Synode in Magdeburg am 9. November 2016 eine „Erklärung zu Christen und Juden als Zeugen der Treue Gottes“ verabschiedet, in der unzweideutig verlautbart ist, dass Juden durch Christen nicht missioniert werden dürfen. Widerspricht so eine Resolution nicht augenfällig dem biblischen Befund?

Für sorgfältige Beobachter der kirchlichen Landschaft sind beide Ereignisse nicht vom Himmel gefallen. Im Gegenteil: Sie machen einen langanhaltenden innerkirchlichen „Verflüssigungsprozess“ sichtbar. Der Medienwissenschaftler Norbert Bolz hat es kürzlich auf den Punkt gebracht: „Die evangelische Kirche heute vermeidet Konflikte, indem sie immer weniger behauptet. Sie hat Angst vor den eigenen Dogmen und möchte um keinen Preis orthodox sein.“

Überrascht hat mehr, dass auch evangelikale Führungspersönlichkeiten wie Michael Diener und Steffen Kern der Erklärung auf der Synode zugestimmt und sie durch Verlautbarungen verteidigt haben. Man fragt sich: Werden sich auch die Evangelikalen in Deutschland bald freiwillig einen Maulkorb anlegen und den Missionsbefehl durch eine Dialogverordnung ersetzen?

Während das Ablegen der Kreuze durch die Kirchenleiter in Jerusalem aus historischen und kulturellen Gründen noch irgendwie erklärbar scheint, steht die Erklärung der EKD im klaren Widerspruch zum biblischen Auftrag, allen Völkern das Evangelium zu verkündigen. Wir dürfen und sollen darüber diskutieren, wie gerade wir Deutschen, die wir am Volk Israel auf schreckliche Weise unvorstellbar schuldig geworden sind, Evangelium auf eine sensible Weise verkündigen. Aber davon schweigen, dass Jesus gekommen ist, um Juden und Heiden zu retten, können wir nicht (vgl. Röm 1,16–17).

Wir sehen an diesen Ereignissen, wie wichtig es ist, sich angesichts des 500-jährigen Reformationsjubiläums auf die großen theologischen Einsichten der Reformatoren zu besinnen. Die „Erklärung zu Christen und Juden als Zeugen der Treue Gottes“ lässt sich mit dem solus Christus (dt. allein Christus) nämlich nicht in Einklang bringen. Wenn in keinem anderen Namen das Heil zu finden ist, als allein in Jesus Christus (Apg 4,12), wenn er allein der Weg, die Wahrheit und das Leben ist (Joh 14,6), wie kann dann den Juden, die dem Messias nicht glauben, das wunderbare Evangelium vorenthalten werden?

Der Aufruf: „Tut Buße und glaubt an das Evangelium“ (Mk 1,15), galt doch auch den Juden. Jesus Christus scheute sich nicht, seine jüdischen Hörer zur Umkehr und zum Glauben zu rufen und sie vor einem Vertrauen auf ihre Abstammung oder Auserwählung zu warnen (Joh 8,39ff). Weshalb sandte Jesus seine Jünger zu allen Völkern (Mt 28,18ff)? Er befahl ihnen, den lebendigen Christus zu bezeugen und alle Völker zur Buße und zum Glauben zu rufen. Beginnen sollten sie in Jerusalem (Lk 24,46ff).

Wenn die EKD in ihrer Erklärung zur Judenmission unter Punkt 3 vermerkt: „Die Tatsache, dass Juden dieses Bekenntnis nicht teilen, stellen wir Gott anheim. Auf dem Weg der Umkehr und Erneuerung haben wir von Paulus gelernt: Gott selbst wird sein Volk Israel die Vollendung seines Heils schauen lassen (vgl. Röm 11,25 ff)“ offenbart dies, mit welcher Leichtfertigkeit biblische Wahrheiten heute verdreht werden. Eben dieser Apostel Paulus, Autor des Römerbriefes, war es doch, der bei seinen Missionsreisen zuerst in die Synagogen ging, um dort die Juden zum Glauben an den verheißenen Messias aufzurufen.

Liebe Christen! In Demut, mit Mut, Phantasie und Dringlichkeit, wollen wir die Menschen – egal ob Juden, Heiden oder Namenschristen – mit den Worten aus 2. Korinther 5, Vers 20 aufrufen: „Lasst Euch versöhnen mit Gott.“ Lasst uns Menschen fröhlich zu Christus rufen und dabei das Kreuz hochhalten. Nur das Kreuz hat die Kraft, Sünder zu retten. „Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist’s eine Gotteskraft“ (1. Kor 1,18).

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