Blog

Zitate aus Tim Kellers Neuerscheinung zum Thema „Predigen“

Tim Keller hat ein neues Buch zum Thema „Predigen“ verfasst. Wir haben für Sie einige Zitate aus Preaching: Communicating Faith in an Age of Scepticism (Viking, 2015) übersetzt, um Ihnen einen kleinen Einblick in einige Gedanken Kellers zu geben.


„Während es in der Verantwortung des Predigers liegt, eine gute oder schlechte Predigt zu halten, ist es das Werk und die Aufgabe des Hl. Geistes, aus einer guten Verkündigung eine großartige Predigt zu machen. […] Wir sollten alles dafür tun, die Botschaft verständlich zu überbringen und es dann Gott überlassen, wie und wie oft er sie an den Zuhörer bringt“ (11-12).

„So können wir nicht nur einen informativen Vortrag, sondern eine lebensverändernde Predigt halten. Es geht nicht nur darum, über Christus zu reden, sondern ihn darzustellen, seine Größe zu demonstrieren (1 Kor 2,4) und aufzuzeigen, dass er des Lobes und der Anbetung würdig ist. Wenn wir das tun, wird uns der Geist Gottes helfen, denn hierin liegt sein Dienst in der Welt“ (17-18).

„Um Menschen mit dem Evangelium zu erreichen, müssen Prediger die Geschichte der jeweiligen Kultur herausfordern und diese letztendlich neu erzählen, indem sie z.B. darauf hinweisen, dass das Streben der Gesellschaft nach dem Guten nur in Christus erfüllt werden kann“ (20).

„Eine gute Predigt ist nicht wie ein Knüppel, der auf den Willen einschlägt, sondern vielmehr wie ein Schwert, das bis ins Herz vordringt“ (21).

„Das auslegende Predigen sollte einen Großteil der Predigten in einer Gemeinde abdecken. […] Es ist die beste Methode, um die Überzeugung zu vermitteln, dass die ganze Bibel wahr ist. Dieser Ansatz bezeugt, dass Sie jeden Teil der Bibel für Gottes Wort halten – und nicht nur bestimmte Themen und Texte, mit denen Sie übereinstimmen“ (32).

„Mangelnde Überzeugung wird sich in der Art und Weise, wie man lehrt zeigen und eine abstumpfende Wirkung haben. Anstatt zu verkündigen, zu warnen und einzuladen, wird man mitteilen, nachsinnen und vermuten“ (33).

„Die Auslegung der Bibel ist auch ein Abenteuer für den Prediger. […] Man kann nicht mit letzter Sicherheit festlegen, was die Gemeinde in den nächsten Wochen zu hören bekommt. Wenn wir an den jeweiligen Text herantreten, werden plötzlich Fragen aufkommen, die wir nicht erwartet haben. Wir sehen die Bibel manchmal einfach nur als Buch der Antworten auf unsere Fragen. Aber wenn wir wirklich den Text sprechen lassen, wird Gott uns vielleicht aufzeigen, dass wir nicht einmal die richtigen Fragen stellen“ (36).

„Bei der Predigt geht es nicht nur darum, den Text zu erklären, sondern auch darum, das Herz zu erreichen. Ich treffe sehr viele Prediger, die so viel Zeit in die erste Aufgabe stecken, dass sie sich wenig bis gar keine Gedanken über die zweite machen“ (41).

„Wir haben die Arbeit an einem Bibeltext noch nicht abgeschlossen, wenn wir nicht erklären können, wie er uns die Rettung, die in Christus liegt, aufzeigt“ (48).

„Wir müssen eine Balance halten: Wir dürfen Christus nicht getrennt vom Text predigen, aber wir dürfen auch nicht den Text predigen und dabei vergessen, Christus zu verkündigen“ (67).

„Wenn wir zu viel Wert auf die Kontextualisierung legen und hinsichtlich des Inhalts des Evangeliums Kompromisse eingehen, wird unsere Zuhörerschaft wahrscheinlich schnell wachsen, aber auch unverändert bleiben. Wir würden so unsere Pflicht als Prediger missachten. Wir werden dann nichts anderes tun als die Menschen in ihrer aktuellen Lebensausrichtung zu bestärken. Wenn wir aber der Kontextualisierung zu wenig Beachtung schenken, sodass unsere Weitergabe des Evangeliums für die Zuhörer unverständlich wird, werden wir merken, dass uns niemand bis zum Schluss zuhören will“ (102-103).

„Als christlicher Prediger muss man zeigen, dass man sehr gut versteht, was es bedeutet, nicht zu glauben“ (110).

„Wenn Sie einen Gott haben, der auch Dinge sagen kann, die Ihnen nicht gefallen, wissen Sie, dass es ein realer Gott ist und nicht nur das Produkt Ihrer Vorstellung. Eine autoritative Bibel ist nicht der Feind einer persönlichen Liebesbeziehung zu Gott. Sie ist die Voraussetzung dafür“ (113).

„Veränderung vollzieht sich nicht dort, wo wir nur dem Denken neue Argumente liefern, sondern wo wir die Vorstellungskraft de Zuhörer mit echter Schönheit konfrontieren“ (160).

„Wenn Sie im Privaten nicht ständig von der Gnade Gottes ergriffen sind, wird das wohl auch nicht in der Öffentlichkeit geschehen“ (168).

„Wir neigen dazu, den Menschen zu predigen, denen wir unter der Woche am meisten zugehört haben. […] Unsere Anwendung geht also natürlicherweise aus den geführten Gesprächen hervor. […] Um diese Begrenzung zu umgehen, ist es notwendig, den Kontext immer wieder zu wechseln“ (180).

„Menschen gewöhnen sich schnell an einen bestimmten Ton in der Stimme. Es ist effektiver, wenn ein Prediger von Ruhe und Sonnenschein zu Wolken und Donner wechseln kann! Lassen Sie sich vom biblischen Text und nicht von ihrem Temperament kontrollieren. Lernen Sie es, ´laute´ Wahrheit laut, ´harte´ Wahrheit hart und ´liebliche´ Wahrheit lieblich zu verkündigen“ (186).

„Die Versuchung besteht darin, sich von der Kanzel zum Wort Gottes treiben zu lassen. Stattdessen sollte uns das Wort Gottes zur Kanzel treiben. Der Prediger selbst muss mehr vorbereitet werden als die Predigt“ (205).

„Bezüge zur Kultur (z.B. Zitate aus Filmen, Liedern, Zeitungen, Blogs, Zeitschriften und Büchern) werden oft gemacht, um die persönliche Glaubwürdigkeit unter Beweis zu stellen. Wir können das auch mit dem Ziel tun, um besonders gebildet, gelehrt oder auch hip zu wirken. […] Wenn das jedoch unsere Motivation ist, werden wir kulturelle Bezüge einbringen, um die Aufmerksamkeit auf uns selbst zu lenken. Stattdessen ist es unsere Aufgabe, die Überzeugungen der säkularen Kultur offenzulegen, in Frage stellen und die Herzen der Zuhörer aufzudecken. Das sollte unser einziges Ziel sein“ (277).


© TheGospelCoalition
Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung
Tim Keller, Preaching: Communicating Faith in an Age of Scepticism (Viking, 2015)