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Wie Gottes Gnade verändert: Die 8. Evangelium21-Konferenz in Hamburg

Christen sollten über die Sünde und ihre Konsequenzen sprechen. Dazu ermutigte der kanadische Neutestamentler Donald A. Carson rund 800 Teilnehmer der Evangelium21-Konferenz, die vom 24. bis 26. Mai in der Arche-Gemeinde (Hamburg) stattfand. „Erst wenn wir die Auswirkungen der Sünde verstehen, wird Christi Werk am Kreuz zu einer spektakulär guten Botschaft“, sagte Carson. Wie ein roter Faden ziehe sich durch die Bibel das Scheitern der Menschheit an Gottes Willen. In seiner Liebe habe Jesus Christus das Problem an der Wurzel gepackt und es am Kreuz durch seinen stellvertretenden Tod für Sünder gelöst. Der Gläubige begreife: Christus hat den Preis für meinen Ungehorsam bezahlt und mich befreit. Nur so werde das Evangelium zur guten Nachricht. Auf der anderen Seite gelte: „Wer eine niedrige Sicht von der Sünde hat, wird auch eine niedrige Sicht vom Kreuz haben.“

Die Kosten der Nachfolge nicht verschweigen

Matthias Lohmann, Vorsitzender des Netzwerks Evangelium21, forderte die Konferenzteilnehmer heraus, die Kosten der Nachfolge nicht zu verschweigen: „In der Welt werden die Risiken und Nebenwirkungen gerne kleingedruckt. Ich befürchte, dass wir in der Evangelisation oft ähnlich vorgehen.“ Jesus selbst habe dagegen keinen Hehl daraus gemacht, dass Christsein auch Leid und Schmerz beinhalte: „Nachfolge heißt, nicht mehr die eigene Agenda zu verfolgen, sein Leben ganz auf Christus auszurichten und unter Umständen sogar für ihn zu sterben“, so Lohmann. Grundlage der Nachfolge Christi sei die Gnade Gottes.

Gebote Gottes nie ohne Gnade predigen

Das unterstrich auch Bryan Chapell, Pastor der Grace Presbyterian Church in Peoria (Illinois): „Alles, was wir tun, ist eine Antwort auf das, was Gott in Christus für uns getan hat.“ Es sei ein menschlicher Reflex, sich über die eigene Leistung zu definieren. Die Bibel betone jedoch immer wieder, dass niemand sich durch seine Taten Gottes Liebe verdienen könne. Pastoren rief Chapell dazu auf, niemals die Gebote Gottes ohne seine Gnade zu predigen. Eine solche Art der Verkündigung führe zu „tödlichen Imperativen“, da sie die menschliche Anstrengung hervorhebe und vergesse, dass ohne Gottes Wirken keine Lebensveränderung möglich sei. „Wir können uns nicht aus eigener Kraft ändern, sondern nur durch die Liebe Gottes“, sagte Chapell.

Reichliches Seminarangebot

Ergänzt wurden die Hauptvorträge der Konferenz durch Seminare und Workshops zu Themen wie „Christozentrisches Familienleben“, „Bloggen für das Evangelium“ oder „Beruf als Berufung?: Mit Christus in der Arbeitswelt“.

Zum Netzwerk Evangelium21 gehören Christen aus verschiedenen Kirchen und Gemeinden. Sie verbindet das uneingeschränkte Vertrauen in die Heilige Schrift sowie eine Theologie, die auf die von den Reformatoren wiederentdeckten Wahrheiten ausgerichtet ist: Gnade allein, Glaube allein, die Schrift allein, Christus allein und zu Gottes Ehre allein. Regelmäßig veranstaltet das Netzwerk Konferenzen und Regionaltreffen. 

 

D.A. Carson sprich über Christus als Mitte der Schrift. Übersetzt wird er von Kai Soltau (Bild: E21).

 

Blick ins Plenum (Bild: E21).

 

Bryan Chapell spricht über „Die Gnade Christi aus der ganzen Schrift verkündigen“ (Bild: E21).

 

Fragerunde mit Kai Soltau, Bryan Chapell, D.A. Carson und Ron Kubsch (v. links, Bild: E21).

 

E21-Vorstand mit Hauptreferenten (v. links): Matthias Lohmann, Christian Wegert, Ron Kubsch, Kai Soltau, Brian Chapell, Alexander Reindl, D.A. Carson, Martin Reakes-Williams, Benjamin Schmidt (v. links, Bild: E21).