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Vollmächtige Verkündigung kommt aus dem Wort

Kai Soltau im Gespräch mit Stephen Nichols.

(Hamburg, 11.03.2016) Vollmächtige Verkündigung braucht Vertrauen, dass die Bibel Gottes Wort ist. Das betonte der Theologe Stephen Nichols (Sanford, USA) am Freitag auf der 6. E21-Konferenz in Hamburg. „Wenn wir die Bibel nicht als Gottes Wort predigen, dann können wir in unseren Gottesdiensten und Bibelstunden nur das Weltgeschehen kommentieren, Lebensratgeber sein und unserer eigene Meinung verkündigen. Aber die Kraft des Evangeliums von Jesus Christus geht uns verloren“, sagte der Theologe.

Vor rund 500 Konferenzteilnehmern sprach Nichols über das Leben des US-amerikanischen Theologen John Gresham Machen. Diesen würdigte er als besonders standfesten Christen, der sich ganz auf Gottes Wort verlassen habe. Der Professor für Neues Testament habe sich in den 1920er Jahren am Theologischen Seminar Princeton für die absolute Vertrauenswürdigkeit der Heiligen Schrift eingesetzt. Im Zuge der Auseinandersetzung mit der liberalen Theologie der Universität kündigte Machen schließlich sogar seine Stelle und gründete das bibeltreue Theologische Seminar Westminster in Philadelphia.

„Wir können viel von John Gresham Machen lernen, besonders im Hinblick auf das Thema dieser Evangelium21-Konferenz, ‚Gott beim Wort nehmen‘“, sagte Nichols. Machen habe in vorbildlicher Weise immer wieder herausgestellt, dass die Bibel völlig vertrauenswürdig, wahr und historisch glaubwürdig sei. Diese Überzeugungen könnten Christen heute helfen, die biblische Botschaft kraftvoll zu verkündigen und auch angesichts der Herausforderungen von Postmoderne und Pluralismus standfest zu bleiben. „Wir erleben in unseren Gemeinden den Druck von außen durch die Kultur und von innen durch neue Lehren. Wir können diesem Druck nur standhalten, wenn wir fest in der Bibel gegründet sind und uns ganz auf Gottes Wort verlassen“, betonte Nichols.

In eine ähnliche Kerbe schlug Ron Kubsch, Generalsekretär des Netzwerks Evangelium21. Als einen der wichtigsten Gründe für die Krise der Predigt bezeichnete Kubsch die moderne Bibelkritik: „Die Bibelkritik hat die Verkündigung des Evangeliums enorm geschwächt. Viele Prediger glauben nicht mehr an die Kraft des göttlichen Wortes und verkünden deshalb ihre eigenen Gedanken und Erlebnisse.“ Das Ergebnis seien Predigten, die lediglich auf Weltverbesserung, Lebenshilfe und billigen Trost abzielten. Einen wirksamen Schutz gegen eine solche Verflachung biete nur das Gebet, die regelmäßige Schriftbetrachtung und ein umso festeres Vertrauen auf Gott in der Anfechtung.

Bereits zu Beginn der Konferenz hatte Christian Wegert, Pastor der Hamburger Arche-Gemeinde und Vorstandsmitglied des Netzwerks Evangelium21, festgestellt: „Angesichts der aktuellen Diskussionen in der evangelikalen Szene in Deutschland ist unser diesjähriges Konferenzthema ‚Gott beim Wort nehmen‘ brandaktuell.“ Die Vertrauenswürdigkeit der Bibel sei für viele nicht mehr so eindeutig. Diesem Missstand möchte das Netzwerk begegnen. In Vorträgen und Seminaren beleuchten die Redner der der 6. E21-Konferenz in der Hamburger Arche-Gemeinde vom 10.-12. März unterschiedliche Facetten der Bedeutung und Rolle der Heiligen Schrift für das Leben der Gläubigen.

Zum Netzwerk Evangelium21 gehören Christen aus verschiedenen Kirchen und Gemeinden. Sie verbindet das uneingeschränkte Vertrauen in die Heilige Schrift sowie eine Theologie, die auf die von den Reformatoren wiederentdeckten Wahrheiten ausgerichtet ist: Gnade allein, Glaube allein, die Schrift allein, Christus allein und zu Gottes Ehre allein.

www.evangelium21.net

Pressemitteilung vom 11.03.2016 zur E21-Konferenz 2016 zur freien Verwendung.