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Biblische Texte wortgetreu interpretieren

In der Leipzig English Church fand vom 20.– 21. Januar die Evangelium21-Regionalkonferenz zum Thema „Das entfesselte Wort“ statt.

(Leipzig, 21.01.2017) Der Geist Gottes wirkt durch das Wort Gottes im Volk Gottes. In dieser Tatsache liegt die Kraft der Bibel. Um das biblische Wort besser verstehen zu lernen, trafen sich Ende Januar über 100 Teilnehmer aus ganz Deutschland zur Evangelium21-Regionalkonferenz in der Leipzig English Church.

Hauptreferent Andrew Page ist als Förderer der Auslegungspredigt und Entwickler des Markus-Theaters bekannt. Der gebürtige Engländer arbeitete viele Jahre als Pastor in Österreich und stellt die Begegnung mit Gott in das Zentrum der Predigt. „Wenn wortgetreu aus der Bibel gepredigt wird, dann hören die Zuhörer Gottes Reden. Sein Wort hat Kraft, ob wir daran glauben oder nicht. Als Christen und als Gemeinden können wir uns auf diese Kraft Gottes in Seinem Wort verlassen und darauf, dass Er durch die biblische Verkündigung wirken wird“, ermutigte Page.

Pastor der Leipzig-English-Church, Martin Reakes-Williams, bezeugte dies und erinnerte sich: „Einem Prediger wurden einmal viele Fragen über Gott gestellt und er wollte sie alle dann beantworten, wenn der Fragende vorher sieben Mal das Johannesevangelium durchlesen würde. Der Fragende las und kam so zum Glauben an den lebendigen Gott und seinen Sohn Jesus Christus. Gott hat sich entschieden, sich in der Heiligen Schrift zu offenbaren und als Gemeinden und als Christen sollten wir dieses Geschenk nutzen und wirken lassen“, forderte Reakes-Williams.

Die Referenten stellen sich den Fragen der Teilnehmer (v. l.: Martin Reakes-Williams, Andrew Page, Stefan Beyer und Klaus Hickel).

Unter praktischer Anleitung übten die Konferenzteilnehmer eine Wortbetrachtung am Beispiel der Hochzeit von Kana im Johannesevangelium. Bei einer Hochzeitsfeier geht der Wein aus und Jesus schafft erstklassigen Wein aus Wasser. Die Teilnehmer benannten im Text Beschreibungen von Orten und Personen und arbeiteten Details der inhaltlichen Botschaft heraus. Dabei geht es nicht etwa darum, dass Jesus dem Gastgeber aus einer peinlichen Situation geholfen hatte und damit auch heute uns aus solcher Lage befreien wird, sondern um Gottes Herrlichkeit, die Freude an seiner Gnade und um den Glauben an den Sohn Gottes, der die Macht hat, Wunder zu tun.

„Die wortgetreue Auslegung beginnt mit der gründlichen Betrachtung des Textes und seiner eigentlichen Bedeutung im Kontext der Bibel. Die Aussagen Gottes sind klar in allen heilsentscheidenden Fragen bezüglich Gott, Jesus und der Rettung durch Glauben allein“, betonte Andrew Page. Auch Martin Reakes-Williams sprach von „Leitplanken“ der Bedeutung eines Textes. Man könne unterschiedliche Dinge in einer Predigt betonen, dürfe aber nie die Aussagen umdeuten.
Beide Referenten warnten dabei vor einem rein intelektuellen Betrachten der Bibel. So sei eine Predigt keine Vorlesung, sondern spreche in das Leben der Menschen hinein. Bei der Auslegung sei die Herangehensweise entscheidend, nicht die Form der Predigt. Wichtig sei, dass die Botschaft der Bibel transportiert werde. Zwar könne sich Gott auch anders bemerkbar machen, der Glaube komme jedoch aus dem Wort Gottes.

Zum Netzwerk Evangelium21 gehören Christen aus verschiedenen Kirchen und Gemeinden. Sie verbindet das uneingeschränkte Vertrauen in die Heilige Schrift sowie eine Theologie, die auf die von den Reformatoren wiederentdeckten Wahrheiten ausgerichtet ist: Gnade allein, Glaube allein, die Schrift allein, Christus allein und zu Gottes Ehre allein.