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5 Jahre Timotheus Magazin: Ein Interview mit Peter Voth

Timotheus, ein Magazin für junge Christen, ist 5 Jahre alt geworden. Die Herausgeber fühlen sich besonders dem Erbe der Reformation und der universalen Gemeinde Gottes verpflichtet. Das Credo der Reformation ist auch das Credo der Zeitschrift: Allein Christus, allein die Gnade, allein der Glaube, allein die Schrift und allein Gott die Ehre.

Evangelium21 hat sich anlässlich des kleinen Jubiläums mit Peter Voth, dem Gestalter des Magazins, unterhalten.

Peter Voth, Mitgründer des Magazin und Designer

E21: Wir gratulieren Euch zu 5 Jahren Timotheus! Es war eine intensive Zeit. Kannst Du uns etwas über die Anfänge erzählen?

Peter: Zunächst vielen Dank für die Möglichkeit dieses Interviews. Ich möchte mich an dieser Stelle auch dafür bedanken, dass Ihr hin und wieder auf Timotheus hinweist, zum Beispiel auf Konferenzen oder im TheoBlog. Blogs und Rezensionen sind meiner Meinung gerade in der deutschen bibeltreuen, reformatorischen Bewegung ein wichtiger Faktor.

Wir waren ein Bibelkreis von vier jungen Männern aus zwei Gemeinden, der entgegen der Theologie unserer „Herkunft“ sehr reformatorisch geprägt war. Aus dem Bibelkreis entstand die Idee für ein theologisches Magazin. Zuerst dachten wir, dass wir es in geringer Auflage selber herstellen und es in unserer Jugend verteilen. Wir verwarfen diesen Gedanken aber wieder, weil die Theologie unseres Magazins nicht die Theologie unserer Gemeinde wäre. Das würde zu viel Konfliktpotential mit sich bringen.

Also beschlossen wir, dass wir ein PDF-Magazin herstellen und es dann einfach kostenlos online zu Verfügung stellen. Durch meinen damaligen Blog „TheYoungReformer.de“ hatten wir schnell ein kleines Publikum. Es sollte ein kostenloses und reformatorisches Onlinemagazin sein. Wir hatten keine weiteren Visionen oder Ziele mit dem Heft. Zu der Zeit gestaltete ich bereits Buchcover für den Betanien Verlag. Dadurch hatte ich einen guten Kontakt zu Hans-Werner Deppe, dem Verleger. Aus dem Nichts bot er uns dann im Dezember 2010 an, das Magazin zu drucken und zu vertreiben. Dafür sind wir ihm bis heute sehr dankbar. Für uns ein Zeichen der Gnade Gottes, denn wir hatten uns ja nicht mal darum bemüht, verlegt zu werden. Bis heute bringen wir das Heft im dreimonatlichen Rhythmus über Betanien als Printmagazin heraus. Die kostenlose Onlineausgabe haben wir inzwischen eingestellt.

E21: Wer gehört zu Eurer Hauptzielgruppe?

Peter: Eigentlich sind wir keine Fans von Zielgruppen. Im Sinn haben wir zwar schon 18- bis 30-jährige Christen, aber unsere Erfahrung zeigt, dass unser Heft sowohl von 16-jährigen Mädchen als auch von erfahrenen 50-jährigen Pastoren gelesen wird. Unser Anspruch ist es, ein Magazin für die Grundlagen des Glaubens zu sein. Detaillierte Debatten über Eschatologie wird man daher bei uns nicht finden. Wir sind ausdrücklich kein Theologie-Magazin mit akademischem Anspruch. Wir wollen tiefgreifende biblische Wahrheiten für den ganz normalen Christen praktisch und monothematisch (ein Thema pro Ausgabe) vermitteln. Ein weiteres Ziel ist es, jungen Autoren eine Plattform zu bieten und sie zu fördern.

E21: Habt Ihr schon ermutigende Rückmeldungen von Lesern erhalten?

Peter: Ja durchaus. Mit großen „lebensverändernden“ Storys können wir allerdings nicht dienen. Es sind vielmehr immer wieder ermutigende, kleine Rückmeldungen, die uns motivieren, weiter zu machen. Wir hoffen, dass Gott aus unseren ärmlichen Bemühungen dennoch etwas bewirken kann.

E21: Wir wollen aber auch etwas zum kreativen Bereich wissen. Wie viel Zeit steckst Du in die Gestaltung einer Ausgabe?

Peter: Das ist sehr unterschiedlich. Bei manchen Themen ist es z.B. sehr schwierig, mit Fotos zu arbeiten (z.B. bei der Ausgabe „#19 Jesus Christus“). Dann muss ich mehr graphisch arbeiten. In so einem Fall kann die Gestaltung einer Ausgabe mehrere Wochen dauern (mit Unterbrechungen). Wenn ich alle Infos und lektorierte Artikel habe, geht es aber recht schnell, so um die 3 bis 4 Tage. Timotheus ist ein Herzensprojekt von mir. Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht daran arbeite oder daran denke. Mit der Timotheus kann ich sowohl meine Begeisterung für reformatorische Theologie als auch meine Leidenschaft für Grafikdesign „ausleben“. Für mich die beste Kombination überhaupt!

E21: Hast Du ein Budget für die Gestaltung, also für Bildrechte usw.?

Peter: Alles, was mit der Gestaltung zu tun hat, wird von der vierköpfigen Redaktion privat finanziert. Das kann manchmal recht teuer werden, aber ich achte darauf, sparsam zu sein und z.B. auf rechtefreie Bilder zurückzugreifen, die wenig oder nichts kosten. Leider beißt sich diese Arbeitsweise etwas mit meinem Qualitäts- bzw. Designanspruch. Letztlich ist die Gestaltung oft ein Kompromiss, das kann in kreativer Hinsicht trotzdem fruchtbar sein. Vom Verlag erhalte ich für meine Arbeit am Magazin inzwischen ein kleines Honorar, das ich jedoch für meinen Lebensunterhalt benötige. Früher habe ich das Honorar komplett für Illustrationen und Bilder verwendet. Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass alle Autoren ehrenamtlich und ohne Vergütung für das Heft schreiben. Anders wäre die Produktion eines solchen Nischenheftes komplett unrealistisch. Letztlich ist es ein Idealismus-Projekt, dass ohne das Wohlwollen vieler Leute nicht möglich wäre.

E21: Du machst ja auch noch viele andere Projekte, so beispielsweise kürzlich ein Buchcover für Desiring God. Arbeitest Du gleichzeitig an mehreren Projekten oder wickelst Du die streng nacheinander ab?

Peter: Ich arbeite immer gleichzeitig an verschiedenen Projekten. Nacheinander zu arbeiten würde nicht funktionieren. Weder organisatorisch noch finanziell. Manchmal ergibt es sich aber so, dass ich mich eine Zeitlang ausschließlich der Timotheus widmen kann. Gott hat mich sehr gesegnet in den letzten Jahren. So durfte ich gestalterische Arbeiten für meine Glaubenshelden wie John MacArthur oder John Piper machen. Es ist ein Traum, dafür auch noch Geld zu bekommen. Letztlich ist es aus finanzieller Hinsicht jedoch immer ein Kampf. Wer viel Geld verdienen will, sollte kein selbständiger Graphiker im christlichen Bereich werden (lacht).

E21: Was ist bisher Dein Lieblingsartikel?

Peter: Alle Artikel von Daniel Facius und Andreas Münch empfinde ich als besonders stark und herausfordernd. Die AT-Rubrik „Schriftgelehrt“ von Andreas lese ich besonders gerne. Mein absoluter Timotheus-Lieblingsautor ist jedoch Andreas Kuhlmann, einer der Gründer des Magazins. Ein demütiger Geist von großem Scharfsinn und einer sehr treffenden Bildsprache. Er wird das nicht gerne hören oder lesen, aber es musste mal erwähnt werden (lacht wieder). In der Ausgabe über „Jesus Christus“ empfand ich sein Editorial als das stärkste Stück im Heft.

E21: Wie kann man Euch bei der Herausgabe unterstützen?

Peter: Da wir auf Spenden verzichten, ist der Erwerb eines Abos aus finanzieller Sicht die größte Hilfe für uns. Leider kündigen immer wieder Leser ein Abo wegen kleinen theologischer Differenzen. Hier wünsche ich mir auch mehr Verständnis und Gebet für unser Magazin. Obwohl wir uns ständig Hilfe von guten Theologen holen, darf man nicht vergessen, dass wir eigentlich nur ein Haufen junger Typen ohne Theologiestudium sind. Feedback zu den Ausgaben ist auch eine große Unterstützung. Es hilft mehr als die meisten glauben. Unser Traum ist es, irgendwann 1000 Abonnenten zu haben. Davon sind wir momentan noch weit entfernt. So Gott will, klappt es ja vielleicht irgendwann.

E21: Vielen Dank für das Gespräch! Wir wünschen Euch weiterhin Gottes Segen!

Peter: Wir haben zu danken!

 

Das Interview mit Peter Voth führte Ron Kubsch. Weitere Informationen über das Magazin gibt es unter: timotheusmagazin.de. Abonnieren kann man Timotheus für nur € 11,60 pro Jahr an dieser Stelle: www.cbuch.de.

 

Nachfolgend einige Gestaltungsarbeiten von Peter Voth: