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10 Jahre TheoBlog.de

Das TheoBlog ist 10 Jahre alt geworden. Der Betreiber, Ron Kubsch, blickt auf die Zeit zurück und ist über so manche Entwicklung im christlichen Lager besorgt. Es gibt allerdings auch Mutmachendes:

Was mich bei aller berechtigen Sorge und Klage fröhlicher stimmt als vor 10 Jahren, ist die Tatsache, dass immer mehr junge Christen genau die Sackgasse, in die wir uns hineingefahren haben, durchschauen. Bei verschiedenen Gelegenheiten habe ich Menschen getroffen, die längt bemerkt haben, dass das Japsen nach Relevanz, Transformation oder Unterhaltung nicht in den Aufbruch, sondern in die Bedeutungslosigkeit und in eine – ich formuliere bewusst dialektisch – „betörende Funkstille“ geführt hat. Die Welt wird nicht besser, indem wir uns ihr verschenken. Die Welt braucht etwas, was nicht von der Welt ist. Wenn wir nicht von der Quelle her leben und verkündigen, fehlen Würz- und Leuchtkraft. Genau deshalb ist es ja unser Auftrag, das Wort des Christus, das schriftgemäße Evangelium von der freien Rechtfertigung des Sünders, weiterzugeben (vgl. Röm 10,17). So entsteht Glaube. So werden Menschen gerettet. So werden Menschen verändert. So ziehen Menschen mit einer Botschaft in die Welt.

Es gibt also kleine Zeichen geistlichen Aufbruchs. Auch das neue Interesse an textauslegenden Predigten deutet darauf hin, dass dem Wort Gottes etwas zugetraut wird. Der Umfang ist zwar bescheiden, aber es zeigt, dass die Gemeinde lebt.

So sehr ich mich darüber freue, so sehr bin ich allerdings davon überzeugt, dass es weiter gehen muss. Ich habe in dem Beitrag „Wie Weltanschauungen Christen heute beeinflussen“ einige Anregungen dazu formuliert. Wir brauchen:

  • eine vertiefte Beschäftigung mit der (heute so unbeliebten) biblisch-christlichen Dogmatik;
  • eine apologetisch-konfrontative Auseinandersetzung mit nicht-christlichen Weltanschauungen, zu der auch die Schulung im philosophischen Denken und die Kulturapologetik gehören (z.B. Medienkritik);
  • eine Kampfansage an das Wohlfühlchristentum, welches meint, mit Entertainment, versöhnter Verschiedenheit, populistischem Lobpreis und Lebenshilfepredigten erfülle Gemeinde ihre Berufung;
  • eine Wiederbelebung der Katechese unter Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Familien- und Gemeindeumfeld;
  • radikale und greifbare Modelle einer schöpferischen Gegenkultur, die die Wahrheit und Schönheit des evangelischen Glaubens gerade auch für junge Menschen greifbar werden lässt;
  • ein Jüngerschaftstraining, welches Nachfolge nicht auf Fragen persönlicher Frömmigkeit reduziert.

In diese Richtung sollten wir betend und mutig gehen!

Mehr: theoblog.de.